Eurokrise: Auf der Suche nach einer Alternativwährung

Robert Vitye von der Solit-Gruppe

Robert Vitye von der Solit-Gruppe

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Das Vertrauen in das staatlich sanktionierte, ungedeckte Digitalbuchgeld sowie das Kreditgeldsystem nimmt aktuell ebenso rasant ab wie die Kaufkraft des Euro und US-Dollars. Sind Währungen wie der Euro und der US-Dollar noch solides Geld? Können Euro, US-Dollar und alle daran gekoppelten Derivatewährungen überhaupt als „echtes Geld“ definiert werden? Gutes Geld zeichnet sich durch beliebige Teilbarkeit, natürliche Knappheit, allgemeine Akzeptanz sowie Wertstabilität aus. Doch alle großen Währungen – die sogenannten „Major Currencies“ – erfüllen lediglich den Punkt der beliebigen Teilbarkeit vollständig.

Derzeit wird oft von „Eurostärke“ gesprochen. Gemeint ist die Währungsrelation zu anderen ungedeckten Papierwährungen wie zum Beispiel dem US-Dollar oder dem Britischen Pfund. Allerdings wird hier eine unsolide Währung mit noch schlechteren Währungen verglichen – bezogen auf Staatsverschuldung, Defizite und Strukturprobleme. Im Vergleich zu einer klassischen Krisenwährung wie dem Schweizer Franken wird an der Entwicklung der eidgenössischen Valuta jedoch die massive Fluchtbewegung aus dem Euroraum sichtbar. Schon seit Monaten fliehen Griechen, Iren, Portugiesen, Spanier und sogar Deutsche aus der Gemeinschaftswährung in den relativ kleinen Währungsraum Franken. In griechischen Bankenkreisen ist bereits von Panik und „Bank-Run“ die Rede.


Quelle: Bloomberg | Grafik: Solit (Daten bis 6. Juni 2011)

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