Eurokrise: Und morgens grüßt die Drachme

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident <br> Nicolas Sarkozy bei der Pressekonferenz am 16. August: <br> Sie lehnen Euro-Bonds ab, fordern stattdessen eine <br> zentrale Euro-Regierung, Foto: Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident
Nicolas Sarkozy bei der Pressekonferenz am 16. August:
Sie lehnen Euro-Bonds ab, fordern stattdessen eine
zentrale Euro-Regierung, Foto: Getty Images

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„Willkommen, neue Stern-MBAs“, begrüßt Nouriel Roubini per Twitter seine neuen Studenten. „Schlechte Nachricht: Es gibt bald eine Rezession. Gute Nachricht: Sie ist zur Abschlussfeier hoffentlich vorbei.“

Roubini, Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der New Yorker Stern School of Business, gilt als Pessimist. Er predigt bereits seit Anfang 2007 den totalen Wirtschaftseinbruch, was ihm den Spitznamen Dr. Doom („Doktor Untergang“) einbrachte.


Für Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini steht fest: Die amerikanische Wirtschaft schlittert in eine Rezession, Foto: Getty Images

Genau das scheint jetzt zu passieren: Aus der Immobilienkrise, der Bankenkrise und der Wirtschaftskrise 2008 ist eine Staatsschuldenkrise geworden. Die USA und fast alle Länder der Eurozone haben sich übernommen. Sei es, weil sie Banken stützen mussten (USA, Irland, Deutschland), weil sie permanent Krieg führen (USA), weil sie die Wirtschaft ankurbeln mussten (alle) oder weil sie ganz einfach über ihre Verhältnisse gelebt haben (Portugal, Griechenland).

Zinsen auf Rekordtief haben das Problem lange Zeit versteckt. Euro-Anleihen aus Südländern waren nur unwesentlich höher verzinst als die aus Deutschland. Das ist vorbei, jetzt zeigt der Markt die bittere Wahrheit und bestraft schlechte Schuldner gnadenlos (siehe Grafik). Seine Botschaft: nur noch vertretbare Schulden, bitteschön.

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