Europa-Abgeordneter Markus Ferber Mifid II: Diese 3 Themen werden besonders heftig diskutiert

Markus Ferber, Europaabgeordneter und Berichterstatter des Europäischen Parlaments für Mifid II. Foto: Marko Kovic

Markus Ferber, Europaabgeordneter und Berichterstatter des Europäischen Parlaments für Mifid II. Foto: Marko Kovic

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Im Vorfeld der Trilog-Verhandlungen zwischen der EU-Kommission, dem Europarat und dem Europa-Parlament, die die Verschiebung der Finanzmarktrichtlinie Mifid II um ein Jahr offiziell besiegelten, sprach Markus Ferber, Europaabgeordneter und Berichterstatter des Europäischen Parlaments für Mifid II, mit DAS iNVESTMENT.com über die größten Streitpunkte der Finanzrichtlinie, den Zeitplan für deren Umsetzung und die von Finanzdienstleister-Verbänden geforderte Priips-Verschiebung.

Das Interview fand am Rande des Finanzplaner Forums Österreich in Wien statt. 

DAS INVESTMENT.com: Am 7. April legte die EU-Kommission die delegierte Richtlinie für Mifid II vor; am 25. April folgte die delegierte Rechtsakte. Wo liegt da der Unterschied?

Markus Ferber: Die delegierte Richtlinie setzt Vorgaben der Mifid II in Verwaltungsvorschriften um. Diese lassen etwas Gestaltungsspielraum für die nationalen Behörden. Bei einem delegierten Rechtsakt hingegen gibt es kein Gestaltungsspielraum. Er legt fest, wie die Vorschriften der Europäischen Finanzmarktrichtlinie interpretiert werden müssen.

Und wie geht es nun weiter?

Ferber: Am 25. April wurde die delegierte Rechtsakte vorgelegt. Diese muss von den EU-Finanzministern und dem Europa-Parlament genehmigt werden. Dafür ist eine qualifizierte Mehrheit der Stimmen notwendig. Die Anspruchsfrist beträgt zwei Monate. Wir gehen also davon aus, dass Mifid II noch Ende Juni im Amtsblatt eingetragen und damit rechtsgültig wird.