Europa-Ranking Die 20 besten Büro-Immobilenmärkte im Jahr 2020

Drei deutsche Metropolen gehören zu den Top-Ten-Standorten für Büroimmobilien in Europa. Die komplette Liste finden Sie auf der Seite 3.

Drei deutsche Metropolen gehören zu den Top-Ten-Standorten für Büroimmobilien in Europa. Die komplette Liste finden Sie auf der Seite 3.

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Der Londoner Büromarkt erhält die schwächste Fünf-Jahres-Prognose aller 20 prognostizierten europäischen Büromärkte im aktuellen Rating Büromietentwicklung der Rating-Agentur Feri Eurorating Services. Ähnlich schwach ist die Perspektive für den Büromarkt derzeit nur für Warschau, das vor der Finanzkrise zu den europäischen Top-Performern zählte.

Die Feri-Experten rechnen damit, dass der Finanzplatz London den größten Dämpfer in der Nachfrage nach Büroflächen erfahren wird. „Wir gehen davon aus, dass die hohe Unsicherheit dort für eine zurückhaltende Investitionstätigkeit bei den Unternehmen führen wird und mittelfristig ein gewisses Kontingent an Jobs aus dem Finanzsektor auf den Kontinent oder nach Dublin verlagert wird“, sagt Manfred Binsfeld, Leiter Immobilienmarktresearch bei Feri.

Da dieser Nachfragedämpfer zu einem Zeitpunkt komme, wo in London zunehmend neue Flächen auf den Markt kommen, werden die Büromieten 2016 dort bestenfalls stagnieren und im nächsten Jahr laut Feri-Prognose leicht sinken. Ein dramatischer Rückgang der Mieten sei aus heutiger Sicht nicht zu erwarten, da der Leerstand sehr niedrig sei und einige geplante Projekte als Reaktion auf den Brexit zurückgestellt werden.

Prognoseunsicherheit ähnlich hoch wie kurz nach Finanzkrise

Die bereits vorher lediglich moderaten ökonomischen Perspektiven in Europa und zuletzt die enttäuschenden Wachstumszahlen aus den USA sind zudem im Anschluss an den Brexit erneut nach unten korrigiert worden - für Europa insgesamt zwar nur um rund 0,2 Prozentpunkte, für das Vereinigte Königreich aber recht deutlich von vormals fast 2 Prozent BIP-Wachstum in 2016 und 2017 auf nur mehr 1,5 Prozent in diesem Jahr. Für 2017 erwartet Feri sogar einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,2 Prozent.

„Zu beachten ist in der aktuellen Situation die große Prognoseunsicherheit, die ähnlich hoch ist wie kurz nach der großen Finanzkrise“, sagt Binsfeld. „Der unerwartete Ausgang des Brexit-Referendums Ende Juni dieses Jahres ist auf Europas Immobilienmärkten seitdem das beherrschende Thema. Das Stichwort des Jahres könnte der Begriff ‚Unsicherheit‘ werden“, so Binsfeld weiter.

Sowohl im Vorfeld als auch nach der Abstimmung der Briten sei die Diskussion über die politischen und ökonomischen Wirkungen des Brexit von diesem Begriff geprägt. Je länger die jetzt anstehenden Verhandlungen andauern werden, desto belastender werde sich diese Phase der Unsicherheit auf die Immobilienmärkte auswirken.