Europäische Aktien besser als gedacht Nicht nur Brexit-Referendum, sondern Wirtschaftsdaten im Blick haben

Brauerei Budweiser, eine Marke des Brauereikonzerns AB InBev. Mit einem Volumen von 13,5 Milliarden Euro war die jüngste Neuemission von AB InBev die bislang größte auf Euro lautende Unternehmensanleihe. (Bild: Getty Images)

Brauerei Budweiser, eine Marke des Brauereikonzerns AB InBev. Mit einem Volumen von 13,5 Milliarden Euro war die jüngste Neuemission von AB InBev die bislang größte auf Euro lautende Unternehmensanleihe. (Bild: Getty Images)

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Heute ist es soweit: Die Fußball-EM pausiert nach der Vorrunde und Großbritanniens Regierung lässt die Bürger über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union abstimmen. Das Ergebnis ist alles klar, und das verunsichert die Investoren. Allerdings sollte ein möglicher Brexit nicht das einzige Thema sein, das bei einem Investment in die europäische Aktienmärkten Berücksichtigung verdient: Die wirtschaftlichen Rahmendaten in der Region sollten nicht vergessen werden. Denn sie sind durchaus einen Blick wert.

Im März hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Anleihe-Kaufprogramm nochmals ausgeweitet. Mit einem Volumen von 1,74 Billionen Euro übertrifft es nun das jährliche Bruttoinlandsprodukt von Spanien oder Italien. Zwar lassen sich die direkten Auswirkungen der quantitativen Lockerung auf die Wirtschaft nur schwer in Zahlen fassen. Es sind jedoch Verbesserungen festzustellen, zum Beispiel bei der Kreditvergabe in Europa. „Diese hatte ihren Tiefpunkt im Sommer 2013 erreicht und erholt sich seitdem zusehends“, heißt es im aktuellen Europa-Marktbericht von Fidelity. Dass sich die Unternehmen zu günstigeren Konditionen Finanzmittel beschaffen können, werde die Wirtschaft zusätzlich ankurbeln.

Emissionsflut bei Unternehmensanleihen

Auch über den Kapitalmarkt können sich Unternehmen günstig finanzieren. Schon der Beschluss der EZB im März, künftig auch Unternehmensanleihen im Rahmen ihres quantitativen Lockerungsprogramms zu kaufen, hat nicht nur die Renditen für diese Anleihen weiter sinken lassen, sondern auch die Emissionsaktivitäten angefeuert. Als gutes Beispiel sehen die Fidelity-Experten die im März zeitgleich mit der EZB-Ankündigung aufgelegte Anleihe von AB InBev. Mit einem Volumen von 13,5 Milliarden Euro war die Neuemission der internationalen Brauerei die bislang größte auf Euro lautende Unternehmensanleihe. Noch in derselben Woche kündigten Unternehmen neue Schuldverschreibungen im Wert von insgesamt 23 Milliarden Euro an. „Bis Mai hatten deutsche und französische Firmen zusammen mehr Anleihen aufgelegt als ihre US-Wettbewerber“, heißt es im Bericht.

Auch bei den Wirtschaftsdaten in der Eurozone sieht Fidelity positive Überraschungen. So übertrafen die ersten Schätzungen für das Bruttoinlandprodukt (BIP) mit einem Plus von 0,5 Prozent für Frankreich und 0,7 Prozent für Deutschland die Erwartungen. Der Ausblick für den Konsum helle sich ebenfalls allmählich auf. „Niedrige Inflationsraten und moderate Zuwächse bei den Nominallöhnen haben die Weichen für einen Anstieg der Reallöhne von dem im ersten Halbjahr 2013 erreichten Tiefpunkt gestellt“, so die Marktbeobachter. Steigende Kaufkraft und sinkende Arbeitslosigkeit ließen das Verbrauchervertrauen in Frankreich, Italien und Spanien steigen.

Raus aus den defensiven Titeln, rein in die Zykliker

Was heißt das für die Aktienmärkte? Die stärkere Wirtschaft schlägt sich auch in den Umsatz- und Gewinnerwartungen der Unternehmen nieder. Vor allem für konjunkturempfindlichere Bereiche sind die Fidelity-Experten positiv gestimmt. Ihren Optimismus stützen sie unter anderem auf die die Erholung des Einkaufsmanager-Index PMI, der ein guter Frühindikator für die Wirtschaft ist und recht enge Wechselbeziehungen zu europäischen zyklischen und defensiven Aktien aufweist. „Das lässt auf Spielraum für eine Rally bei europäischen Zyklikern schließen – sofern die gegenwärtige Erholung nicht ins Stocken gerät“, so die Experten.

Zudem haben die Zykliker Aufholpotenzial: Sie wurden in den vergangenen zwölf Monaten stärker abgestraft als defensive Titel. Eine wirtschaftliche Erholung dürfte dazu führen, dass Marktteilnehmer verstärkt aus dem defensiven in den zyklischen Bereich umschichten. Daran glaubt auch Matthew Siddle, Manager des europäischen Aktienfonds Fidelity European Growth Fund*: „Aktuell sind Aktien zyklischer Unternehmen verglichen mit ihren defensiven Wettbewerbern günstiger als auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Das bietet uns die Möglichkeit, stabile Werte aus zyklischen Branchen auf äußerst attraktiven Niveaus zu kaufen.“

Hohe Dividendenrendite, niedrige KGVs

Auch im Vergleich zu anderen großen Aktienmärkten wie den USA oder Japan bieten europäische Titel gemessen an historischen Gewinnkennzahlen ein ansehnliches Wertpotenzial. Europäische Aktien locken mit hohen Dividendenrenditen und einem vergleichsweise niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis.

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* Vollständiger Fondsname: Fidelity Funds - European Growth Fund A (EUR), ISIN: LU0048578792 Die Höhe von Ausschüttungen, Anteilspreisen und Renditen können schwanken. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine Indikatoren für zukünftige Entwicklungen. Der Wert der Anteile kann schwanken und wird nicht garantiert. Weitere Informationen zu Chancen und Risiken einer Fondsanlage unter www.fidelity.de. Die wesentlichen Anlegerinformationen zu diesem Fonds erhalten Sie kostenlos beim Herausgeber: Fidelity – FIL Investment Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus. Der Herausgeber erteilt keine Anlageempfehlung. MK8662