Europäisches Forum Alpbach: „Politiker sind bemüht“

Markus Schuller von Panthera Solutions

Markus Schuller von Panthera Solutions

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Zum Forum selbst:

Alljährlich seit 1945 findet im August im Tiroler Bergdorf Alpbach das „Europäische Forum Alpbach“ statt. Während der knapp drei Wochen wird Alpbach zum Dorf der DenkerInnen oder nach dem Gründer des Forums, Otto Molden, zum „anderen Zauberberg“. (EFA Eigendefinition)

In den letzten zwölf Jahren schuf Ehrenpräsident Erhard Busek eine Plattform von internationalem Format (rund 4.000 Teilnehmer aus 60+ Ländern) und manifestierte zugleich den Alpbach Spirit, der durch die Teilnahme von rund 750 jungen StipendiatInnen aus 50+ Ländern in das Forum getragen wird. Mit seiner Internationalisierung und nationalen Öffnung nahm er der früher berechtigten Kritik die Schärfe, dass es sich beim EFA um ein „Klassentreffen der konservativen Elite Österreichs“ handelte.

Man darf gespannt sein, welche Akzente das neue Präsidium unter Franz Fischler und seinen VizepräsidentInnen Caspar Einem, Sonja Puntscher-Riekmann, Claus Raidl und Ursula Schmidt‐Erfurth setzen wird. Der Impuls von Professor Puntscher‐Riekmann in Richtung „Formate, in denen kontroverser diskutiert wird“(Alpbach News) klingt gut gewählt.

Von meiner Seite ein Danke an Erhard Busek. Auch für seinen derzeitigen Einsatz beim Demokratieprojekt MeinOE.

Genug der einleitenden Worte.

Seit dem Frühsommer bin ich vorsichtig optimistisch hinsichtlich der politischen Fortschritte auf europäischer Ebene. In der Zwischenzeit kommen auch erste makro‐ökonomische Bestätigungen zu den beginnenden Reformerfolgen bei der Wiedergewinnung der Wettbewerbsfähigkeit in den PIIGS-Ländern, wie erst kürzlich von Moody´s zusammengefasst oder vom „The Conference Board“ in ihrem Executive Action Report Ende Juli dargestellt.

Mein Eindruck von der gewonnen „lessons learned“‐Mentalität der verantwortlichen Politiker, setzte sich in Alpbach fort. Allen voran bei Kommissionspräsident Barroso, der am Mittwoch vergangener Woche seine Key Note hielt. Nach einer durchaus stimmigen Rede, in der er die multikausalen Ursprünge der Europäischen Banken‐, Staatsschulden‐, Wettbewerbsfähigkeits‐ und demokratischen Legitimationskrise ausleuchtete, öffnete er sich dem Plenum für Fragen. Seine Antwort zur Zukunft Europas, seiner Rolle in der Welt und der Chance in der derzeitigen Umbruchsituation, war beeindruckend inspirierend. Chapeau. Hier sprach keine graue Maus als Kommissionspräsident. Eine zweite Amtszeit kann beflügeln. Man mag Präsident Obama Ähnliches wünschen.