Europas ETF-Markt: Weitere Anbieter werden kommen

Lipper-Experte Detlef Glow

Lipper-Experte Detlef Glow

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Immer wieder kommt die Frage auf, ob am europäischen Markt für börsennotierte Indexfonds (ETFs) noch Platz für weitere Anbieter ist. Ich denke ja.

Denn erstens bevorzugen viele Investoren heimische Anbieter. Zweitens gibt es beim Produktangebot noch weiße Flecken auf der Landkarte. Und drittens besteht Spielraum bei den Kosten. Auf diesen drei Gebieten können neue Anbieter bei den Investoren punkten.
 
Die US-Fondsgesellschaft Vanguard und die schwedische Swedbank Robur sind erst seit Mai 2012 am europäischen ETF-Markt aktiv. Beide Unternehmen sind gute Beispiele dafür, mit welchen Strategien neue ETF-Anbieter erfolgreich werden können.

An der Kostenschraube gedreht
 
Der US-Gigant Vanguard ist mit fünf börsengehandelte Indexfonds an der Londoner Börse (LSE) gestartet. Bei diesen Produkten handelt es sich um Fonds auf Standardmärkte ohne spezielle Strategien: einen ETF auf den S&P 500, den FTSE 100, den FTSE Emerging Markets und den FTSE All World sowie einen Fonds britische Staatsanleihen als Anbieter internationaler Märkte. Mit exotischen Nischenprodukten will Vanguard also offenbar nicht bei den Investoren punkten.

Vielmehr setzt die Gesellschaft auf den Kostenaspekt wie Managementgebühren oder Spannen zwischen den An- und Verkaufskursen. Zudem hat sich Vanguard als drittgrößter ETF-Anbieter in den USA einen Namen gemacht.

Die ersten drei ETFs von Swedbank Robur beziehen sich auf den schwedischen Aktienmarkt. Einer der Fonds vollzieht die Wertentwicklung eins zu eins nach, einer als gehebelte Version in doppeltem Maße und einer als Short-Variante umgekehrt.

Swedbank Robur ist erst der zweite schwedische ETF-Anbieter. Die Gesellschaft kann darauf bauen, dass sie im Geschäft mit klassischen, aktiv gemanagten Investmentfonds auf ihrem Heimatmarkt eine große Nummer ist und in Schweden über ein dichtes Filialnetz verfügt.