Ex-Barclays-Manager Rudloff über Investmentbanking „Die Branche steht vor einem goldenen Jahrzehnt”

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Die Investmentbanken weltweit steuern auf ein Jahrzehnt des Wachstums zu. Diese Einschätzung gab Hans-Jörg Rudloff, ehemaliger Leiter des Investmentbanking bei der britischen Bank Barclays, in einem Interview mit Bloomberg News ab.

„Das Investmentbanking hat eine glanzvolle Zukunft”, äußerte der 73-jährige am 16. April im Gespräch in Mailand. Damit äußerte er sich erstmals seit seinem Rückzug von Barclays im Februar zum Investmentbankengeschäft. „Die Branche steht vor einem goldenen Jahrzehnt.”

Der steigende Kapitalbedarf werde die Gewinne der Investmentbanken antreiben, sobald die Wertpapierhäuser sich an die strengeren Regeln angepasst haben, die eine Wiederholung der Finanzkrise verhindern sollen, erläuterte Rudloff. In den fünf Jahrzehnten, die er in der Branche tätig war, wirkte er unter anderem an der Expansion des Eurobondmarktes in den 1980er Jahren mit.

„Es geht nicht darum, mit dem Geld der Firma zu handeln, sondern darum, Kapital aufzuteilen und den Mittelsmann zu geben”, indem man alle Arten von Wertpapieren, einschließlich Derivaten, auflegt, verbrieft und vertreibt, erklärte Rudloff.

Die Aktivitäten der Banken an der Wall Street werden eingeschränkt durch neue Regeln, die Eigenhandel verbieten, und Kapitalvorschriften, die riskante Aktiva höher gewichten. Zudem leiden die Banken unter einer anhaltenden Flaute beim Handel mit festverzinslichen Papieren; dieser Bereich ist in neun der vergangenen 13 Quartale geschrumpft.

Barclays ist seit 2011 auf dem Rückzug aus diesem Markt und kommt für 2013 auf einen Anteil von rund 12 Prozent unter den acht größten Investmentbanken, wie aus Daten von Bloomberg zum Bereich FICC (Fixed Income, Commodities and Currencies/ Festverzinsliche, Rohstoffe und Devisen) hervorgeht.

„Was wir im Bereich FICC beobachten, sind die Auswirkungen des Risikoabbaus, der Anpassung an neue Vorschriften zu Kapital und Fremdfinanzierung - das sind Riesen-Faktoren”, beschrieb Rudloff. „Derzeit leiden die Leute im Eigenhandel.”