Exotische ETFs: Mit Ishares den Golf spielen

Foto: Fotolia

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Rund 10 Milliarden Euro sind alle 50 an der Börse in Bahrain gelisteten Unternehmen derzeit zusammen wert. Das ist nicht ganz soviel, wie beispielsweise das Unternehmen Thyssen Krupp kostet (11,1 Milliarden Euro). Die vier anderen in dem Indexfonds Ishares MSCI GCC Countries ex-Saudi Arabia enthaltenen Länder haben zwar deutlich größere Börsen. Im internationalen Vergleich sind aber auch sie eher klein. So bringen es Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Qatar, Oman und Bahrain auf ein Marktvolumen von insgesamt 221 Milliarden Euro. Das ist ein Viertel dessen, was alle deutschen Aktien wert sind. Den mit 204 Milliarden Euro etwas größeren saudi-arabischen Aktienmarkt sperrt der Fonds aus. Einen Schritt nach vorn verspricht sich die Region durch die inzwischen vier Jahre alte Nasdaq Dubai (Foto rechts). Zunächst unter dem Namen Dubai International Financial Exchange gegründet, erhielt sie ihren neuen Namen im November 2008, als die US-Computerbörse Nasdaq ein Drittel der Anteile übernahm. Der Rest gehört noch immer der Börse Dubai. Nasdaq Dubai ist für die gesamte Region des Nahen Osten zuständig und hat ähnliche Handelsstandards wie die großen Weltbörsen in New York, London und Hongkong. Das soll die Region am Persischen Golf für internationale Investoren interessanter machen und hat so einen Fonds wie von Ishares wahrscheinlich überhaupt erst möglich gemacht. Dennoch sind die Marktkapitalisierungen am Golf recht niedrig, was den Ishares-ETF zu einer sehr speziellen Angelegenheit macht. Die Kursschwankungen sind hoch, die Korrelation zu den Aktien der Industrieländer war zumindest bis vor einem Jahr niedrig (siehe Chart, vergrößern hier). Allerdings ist der ETF der einzige seiner Art, der deutschen Anlegern überhaupt Zugang zum Nahen Osten gewährt. Zwar ist er in Deutschland erst seit Mai auf dem Markt, MSCI hat den Index jedoch für einige Jahre rückberechnet.