Experiment Japan – das Land der aufgehenden Sonne?

Manuel Peiffer, Portfoliomanager bei Merito Asset Management

Manuel Peiffer, Portfoliomanager bei Merito Asset Management

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Geldpolitisches Experiment

Nachdem Abe Ende 2012 ins Amt des Ministerpräsidenten gewählt wurde, startete er kurz darauf ein geldpolitisches Experiment („Abenomics“) mit dem Ziel, Japans Wirtschaft noch einmal auf die Beine zu stellen.

Diese ultralockere Geldpolitik der japanischen Notenbank sorgt anhand der niedrigen Leitzinsen und der massiven Anleihekäufe dafür, dass sich die Geldmenge des Yen drastisch erhöht.

Sein Plan sieht vor, dass sich die Geldmenge von etwa 140 Billionen Yen im April 2013 bis Ende 2014 auf 270 Billionen Yen fast verdoppelt.

Zusätzlich soll die Konjunktur durch milliardenschwere Wachstumsprogramme in Kombination mit Strukturreformen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Agrar- und Gesundheitssektor angekurbelt werden.

Dieses aktive Eingreifen soll den Preisverfall stoppen, die Unternehmensgewinne steigern und die Löhne der japanischen Bevölkerung auf ein vernünftiges Niveau heben.

Das Zwischenfazit des vor zehn Monaten gestarteten Experiments ist positiv. Seither hat der Yen im Vergleich zum Euro und dem US-Dollar fast 30 Prozent an Wert verloren. Diese Währungsabwertung beschert den japanischen Unternehmen einen großen Vorteil, da diese ihre Produkte am Weltmarkt deutlich konkurrenzfähiger anbieten können.

Dieser Währungstrumpf beflügelte auch Japans Börsen, so stieg der Nikkei im Jahr 2013 um 56 Prozent, der breiter gefasste Topix legte um 51 Prozent zu. Der jahrelange Preisverfall, welcher als Deflation bezeichnet wird, neigt sich dem Ende.

So stiegen die Verbraucherpreise in den letzten Monaten an und liegen aktuell bei 1,6 Prozent. Bei aller Euphorie birgt dieses Experiment allerdings auch erhebliche Risiken.