Experte von Willis Towers Watson "bAV-Zwang hilft nicht"

Reiner Schwinger, Nordeuropa-Chef bei Willis Towers Watson

Reiner Schwinger, Nordeuropa-Chef bei Willis Towers Watson

Am Donnerstag und Freitag steht die Stärkung der Betriebsrenten erneut auf der Agenda des Bundestags. Dass der bisherige Gesetzentwurf der Bundesregierung nachgebessert werden muss, darüber sind sich viele Experten aus der Politik und der Versicherungsbranche einig.

Ein häufig vorgebrachter Vorschlag ist eine bAV-Pflicht. Einige Politiker schlagen das sogenannte Opting-Out-Modell vor. Bei diesem Modell nehmen die Arbeitnehmer automatisch an der bAV ihres Arbeitgebers teil, wenn sie dem nicht widersprechen. Die Grünen gehen noch weiter und wollen eine Pflicht zur bAV für Unternehmen und einen bAV-Staatsfonds einführen.

Lieber Stolpersteine aus dem Weg räumen

Keine gute Idee, meint Reiner Schwinger. „Den Zwang zur bAV braucht es nicht und es hilft auch nicht“, sagt der Nordeuropa-Chef des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern bereits sehr gute Pensionspläne an – und das ohne Zwang. „Wichtiger wäre es, die für Unternehmen heute relevanten bAV-Stolpersteine aus dem Weg zu räumen“.

Auch von einem Staatsfonds zur Verwaltung sämtlichen bAV-Vermögens hält der Willis Towers Watson-Experte nicht viel. „Dass ein Staatsfonds effizienter und kostengünstiger arbeitet als die Pensionseinrichtungen, die sich dem Wettbewerb auf dem freien Markt stellen – das müsste man erst mal zeigen“.