Expertenrunde Sachwertinvestments - gibt es ein Leben jenseits der Immobilie?

Von links: Thomas Böcher, Geschäftsführer der Paribus Gruppe; Susanne Schönefuß, Beraterin Marketing und Vertrieb für Vermögensverwalter und Initiatoren; Stefan Klaile, Gründer und Chef der Xolaris Gruppe; Jürgen Raeke, Vorstand Tonn Family Office | © Alle Bilder: Robert Schlossnickel

Von links: Thomas Böcher, Geschäftsführer der Paribus Gruppe; Susanne Schönefuß, Beraterin Marketing und Vertrieb für Vermögensverwalter und Initiatoren; Stefan Klaile, Gründer und Chef der Xolaris Gruppe; Jürgen Raeke, Vorstand Tonn Family Office Foto: Alle Bilder: Robert Schlossnickel

DAS INVESTMENT: Was bewegt gegenwärtig die Sachwertebranche?

Susanne Schönefuß: Ein Thema ist die Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie Mifid II, die ab Januar 2018 gilt. Aktuell bieten Banken und Kapitalverwaltungsgesellschaften hierzu viele Workshops an. Wegen der Menge neuer Anforderungen, die auf die Vertriebspartner zukommen werden, gibt es die Befürchtung, dass im freien Vertrieb, der ja noch auf die umzusetzenden Vorschriften wartet, und auch im Bankenvertrieb bis Mitte kommenden Jahres Stillstand herrschen könnte.

Thomas Böcher: Schaut man auf die Asset-Klassen, ist in unserem Markt die Immobilie weiterhin ein zentrales Anlageobjekt. Doch braucht es hier neue Geschäftskonzepte. So haben wir uns vom Emissionshaus zum Immobilien-Developer gewandelt. Generell richten wir uns mit unseren Bereichen Immobilie und Schienenverkehr stärker auf institutionelle Investoren aus. Und wir wollen Private-Equity-Konzepte entwickeln und sind gerade dabei, unsere KVG hierfür zu lizenzieren.

Stefan Klaile: Private Equity ist auch für uns ein Perspektivthema. In der Xolaris Gruppe haben wir aktuell in den Service-KVGen zwölf Alternative Investmentfonds in der Konzeption – Spezial-und Publikumsfonds. Letztere vorrangig für ausländische Asset Manager: etwa für einen Immobilienanbieter aus den USA mit 80 Jahren Track Record. Also sind die Sachwertfondsanbieter in der neuen Realität angekommen.

Jürgen Raeke: Natürlich ist viel passiert, doch ich finde, dass die Branche immer noch den Fehler macht, sich zu sehr auf sich selbst zu fokussieren. Ob ich etwa einen offenen Immobilienfonds, eine Immobilienaktie oder ein Studentenappartement empfehle, hängt davon ab, ob das Produkt zum Kunden passt. Dabei ist die Frage: Schafft ein AIF einen konkreten Mehrwert gegenüber einer anderen Investitionsform, etwa einem offenen Immobilienfonds? Hier sollte immer die beste Lösung für den Kunden entscheiden.