Eyb & Wallwitz-Manager über die Euro-Krise: Déjà vue

Ernst Konrad, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Eyb & Wallwitz und Fondsmanager der Phaidros-Fonds.

Ernst Konrad, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Eyb & Wallwitz und Fondsmanager der Phaidros-Fonds.

// //

Die Situation kommt einem bekannt vor: Die Aktienmärkte haben nach einem starken Jahresauftakt einen Teil ihrer Gewinne eingebüßt oder sind sogar absolut ins Minus gerutscht, die Konjunktur in Europa, den USA und Asien trübt sich ein und die Lage in der Eurozone schwankt zwischen Hoffen und Bangen hin und her.

All dies erinnert an die Geschehnisse vor einem Jahr, als die Kombination aus der nachlassenden konjunkturellen Dynamik in den USA und das Wiederaufflammen der Krise innerhalb der Eurozone (zweites Griechenlandhilfspaket im Juli und Haushaltsstreitigkeiten in Italien im Spätsommer mit dem anschließenden Sturz der Regierung Berlusconi) weltweit den Aktienmärkten und den Anleihenmärkten in der europäischen Peripherie schwer zusetzte. Es ist gerade dieses Zusammenspiel aus Wachstumsschwäche und politischer Unsicherheit, die nun erneut die Finanzmärkte heimsucht.

Dabei hatte das Jahr so gut begonnen: Die konjunkturellen Daten aus den USA und aus China waren nicht überragend, aber doch im Allgemeinen besser als die Erwartungen. Die EZB hatte mit zwei Kredittranchen im Gesamtvolumen von 1.000 Milliarden Euro. die Finanzmärkte beruhigt und die Liquiditätsprobleme der Banken aus Südeuropa vermeintlich gelöst. Angela Merkel und Mario Draghi hatten ihren Fiskalpakt bekommen, der die einzelnen Staaten zu strikter Haushaltsdisziplin verpflichtet, die Eurokrise schien trotz der Rezession in Südeuropa irgendwie beherrschbar geworden zu sein.

Seit Mai überschlagen sich jedoch die Ereignisse: In Griechenland ist zwar im zweiten Anlauf eine Regierung gebildet worden, diese will aber spürbare Erleichterungen bei den Sparauflagen durchsetzen; der neue sozialistische Präsident in Frankreich drängt auf die Einführung von Eurobonds, um seine Wahlversprechen zu finanzieren;  Spaniens Banken müssen sich 100 Milliarden Euro vom europäischen Rettungsschirm EFSF/ESM leihen und italienische und spanische Staatsanleihen sind nur noch für sehr hohe Renditen am Kapitalmarkt platzierbar (vergleiche Grafik).

>> Vergrößern