Fed-Chefposten Donald Trump: „Würde gern sehen, dass die Leitzinsen niedrig bleiben“

US-Präsident Donald Trump sähe gern weiterhin niedrige Leitzinsen und könne sich sogar eine weitere Amtszeit von Fed-Chefin Yellen vorstellen, ließ er in einem Interview verlauten | © Getty Images

US-Präsident Donald Trump sähe gern weiterhin niedrige Leitzinsen und könne sich sogar eine weitere Amtszeit von Fed-Chefin Yellen vorstellen, ließ er in einem Interview verlauten Foto: Getty Images

Donald Trump macht es einmal mehr spannend. Wie bei der Entscheidung über den Ausstieg aus dem weltweiten Klima-Abkommen will sich der US-Präsident Zeit lassen mit der Frage, wen er für den zukünftigen Chefposten der US-Notenbank Fed nominieren möchte.

Eigentlich wird Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn als Trumps Favorit für die Nachfolge von Janet Yellen gehandelt. Die Amtsperiode der jetzigen Fed-Chefin endet im Februar 2018. Trump hatte sich im Wahlkampf noch sehr kritisch zu Yellens vorsichtiger Geldpolitik geäußert.

Jetzt hat Trump die Fed-Chefin in einem Interview mit dem Wall Street Journal überraschend gelobt: „Ich mag sie, ich mag ihre Haltung. Ich denke, sie hat einen guten Job gemacht“. Er könne sich sogar vorstellen, Yellen für eine weitere Amtszeit zu nominieren, sagte Trump. Allerdings sehe er auch in Cohn einen möglichen Spitzenkandidaten. Eine Entscheidung wolle er Ende des Jahres fällen.  

Über den von ihm favorisierten geldpolitischen Kurs, den die Notenbank dann nach Möglichkeit verfolgen solle, ließ Trump dagegen keinen Zweifel: „Ich würde gerne sehen, dass die Leitzinsen niedrig bleiben“ – auch dies eine deutliche Abkehr früheren Äußerungen des US-Präsidenten: Im Wahlkampf hatte Trump Janet Yellen vorgeworfen, die Leitzinsen künstlich niedrig zu halten und auf diese Weise Finanzblasen zu riskieren.  

Auf der jüngsten Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses hatten die US-Wärhungshüter die Leitzinsen vorerst auf dem derzeitigen Niveau von 1,0 bis 1,25 Prozent belassen. Demnächst will die Fed nach eigenen Ankündigungen den Abbau ihrer billionenschweren Bilanz in Angriff nehmen.