Fidelity-Analystenumfrage Wieso China weiter boomt

Technikbegeisterte Kinder in Schanghai: Marktexperten befürchten keine harte Landung der chinesischen Wirtschaft.  | © Getty Images

Technikbegeisterte Kinder in Schanghai: Marktexperten befürchten keine harte Landung der chinesischen Wirtschaft. Foto: Getty Images

Gute Aussichten, anziehende Investitionen und Unternehmen, die sich von steigenden Finanzierungskosten nicht die Laune verderben lassen – Fidelitys Analysten sehen China derzeit klar im Aufwind. Und das auch langfristig, wie das Beispiel Logistikbranche zeigt.

1. China im Vergleich zum Rest der Welt: Die Stimmung steigt

Das Vertrauen in das Wachstum der chinesischen Wirtschaft steigt auf breiter Front, beobachten die Analysten von Fidelity. Der Stimmungsindikator (Sentiment Index) ist in der aktuellen Umfrage auf 6,4 Punkte im Vergleich zu 5,7 Punkten im Vorjahr geklettert, gemessen an anderen Ländern und Regionen der stärkste Anstieg weltweit. Der neue Wert liegt zwar immer noch leicht unterhalb des globalen Durchschnitts von 6,6 Punkten. Dennoch überwiegen die positiven Signale deutlich. Neun von zehn Fidelity-Analysten geben an, dass die Manager der von ihnen beobachteten Unternehmen keine harte Landung der chinesischen Wirtschaft befürchten. Das Wachstum schwächt sich demnach weiterhin nur langsam ab und bleibt insgesamt stabil.

Grafik 1: China holt auf

                                                                           Quelle: Fidelity Analystenumfrage, Februar 2018

2. Positive Erwartungen in China auf breiter Front

Der Blick auf die einzelnen Branchen zeigt ein durchweg positives Bild: Die Mehrzahl der Branchen sieht keinen Anlass zur Sorge, 100 Prozent der Unternehmen aus Informationstechnologie, Gesundheit und Konsum sehen genauso wie die Versorger keinen Anlass für eine Abkühlung der Stimmung. Gerade einmal in vier von neun Bereichen machen sich überhaupt Unternehmen um die wirtschaftliche Perspektive in China Gedanken, und dort liegt der Anteil maximal bei etwas mehr als 20 Prozent. Entsprechend blickt auch in diesen Branchen die große Mehrheit der Unternehmen entspannt auf Chinas zukünftige wirtschaftliche Entwicklung.

Grafik 2: Positive Signale überwiegen deutlich

                                                                           Quelle: Fidelity Analyst Survey 2018

3. Erweiterungsinvestitionen legen erstmals seit Jahren wieder zu

Zum ersten Mal seit vier Jahren erwarten die befragten Fidelity-Analysten, dass die Erweiterungsinvestitionen in China in diesem Jahr steigen. Der Stimmungsumschwung fällt auch hier bemerkenswert stark aus, wie kaum in einer Umfrage zuvor. Über eine große Bandbreite von Branchen hinweg lenken chinesische Unternehmen ihre finanziellen Mittel von Erhaltungs- in Richtung Erweiterungsinvestitionen um. Diese Entwicklung spiegelt den gewachsenen Optimismus in der weltweit zweitgrößten Wirtschaft wider und stärkt den dortigen Trend, Wertschöpfungsketten zu verbessern und Innovationen voranzutreiben.

4. Höhere Finanzierungskosten bislang kein Grund zur Sorge

Ein Drittel der Analysten erwartet, dass die Verschuldung der chinesischen Unternehmen steigen wird, mehr als in jedem anderen Land. Gleichzeitig erwarten 62 Prozent der Analysten in China steigende Finanzierungskosten, deutlich mehr als zum Beispiel in den USA. Dennoch bereitet diese Entwicklung Beobachtern bislang keine Sorge. Der Grund: Die Rohstoffpreise sind im vergangenen Jahr erstmals seit Langem wieder gestiegen und haben damit eine deflationäre Phase beendet. Für China als weltgrößter Produzent vieler Industrierohstoffe wie Kupfer, Eisen und Aluminium ist das eine wichtige, positive Entwicklung. Zudem hat die Regierung die Jahre niedriger Preise für strukturelle Reformen genutzt und Überkapazitäten in bedeutenden Branchen wie etwa der Stahlindustrie abgebaut.

Grafik 3: Verschuldung könnte zunehmen

                                                                           Quelle: Fidelity Analystenumfrage 2018

5. Lohnzuwächse – und wie Unternehmen darauf reagieren

Zu den größten Herausforderungen für Chinas Unternehmen zählen derzeit steigende Löhne. 86 Prozent der Analysten rechnen mit einer solchen Entwicklung, so viele wie in keiner anderen Weltregion. Gründe sind der steigende Wohlstand, eine alternde Bevölkerung und in der Folge ein sinkendes Arbeitskräftepotenzial. Vor allem in schnell wachsenden Branchen wie der Logistik sorgen deshalb neuerdings Roboter für Furore. Der Online-Handel in China boomt, 2017 transportierten Expressdienste 42 Milliarden Pakete, doppelt so viele wie 2015. Immer häufiger helfen Roboter in Lagerhäusern, täglich Millionen Pakte zu scannen, einzusammeln und versandfertig zu machen. Vorteil: Die Maschinen ersetzen nicht nur die fehlenden Kollegen, sondern schaffen statt der menschenüblichen 60 Artikel pro Stunde die doppelte Menge. Damit ebnen sie den Weg für weiteres Wachstum im chinesischen E-Commerce.

China: Automatisierung und steigende Löhne:

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