Fidelity „Apple ist nicht mehr Wachstums-, sondern Value-Titel“

Vorbereitungen für eine Apple-Veranstaltung in San Francisco, Kalifornien. Die Markterwartungen an den iPhone-Konzern sind sehr niedrig und damit relativ leicht zu übertreffen. | © Getty Images

Vorbereitungen für eine Apple-Veranstaltung in San Francisco, Kalifornien. Die Markterwartungen an den iPhone-Konzern sind sehr niedrig und damit relativ leicht zu übertreffen. Foto: Getty Images

„Ein Highlight in diesem Jahr war die Rückkehr der Emerging Markets“, meint Jeremy Podger. Für den Fidelity-Fondsmanager ist das Risiko eines Engagements in den aufstrebenden Märkten gesunken, da sich die Währungen dort stabilisiert haben. Für seinen globalen Aktienfonds schaut er daher wieder verstärkt nach Unternehmen, die ihm ein indirektes Exposure in den Schwellenländern liefern. Als Beispiel nennt er die französische Supermarktkette Carrefour, an der ihm insbesondere der Fokus auf die Emerging Markets gefällt. „Das Unternehmen hat das Potenzial für einen Turnaround im defizitären Asien-Geschäft. Zudem ist es führend in Brasilien, woher rund ein Viertel der Gewinne kommen“, sagt Podger.

Gegenüber Großbritannien ist er hingegen eher vorsichtig. Seit dem Brexit-Votum ist das Britische Pfund deutlich gefallen. Auf handelsgewichteter Basis hat die Währung die Tiefstände von 2008 erreicht. „Das muss noch nicht der Tiefpunkt sein, aber kurzfristig scheint die Währung überverkauft“, meint Podger. Für zu viel Optimismus sei es aber noch zu früh. Daher agiert er im Fonds sehr vorsichtig bei Unternehmen, die tendenziell unter einem schwachen Pfund leiden. Internationale Unternehmen, die in Großbritannien ansässig sind, findet er in diesem Umfeld attraktiver.

Gewinnwachstum 2017 steht auf wackligen Beinen

„Insgesamt waren die Erträge an den globalen Aktienmärkten bislang positiv dieses Jahr und wurden gestützt von höheren Dividenden, Aktienrückkäufen und einigen Übernahmen und Fusionen“, fasst Podger zusammen. Allerdings verlief das Jahr wenig harmonisch, sondern die Märkte rotierten und mussten den schnellen Wechsel zwischen Risk-on- und Risk-off-Phasen erdulden.

Im nächsten Jahr dürfte es spannend werden, wie es mit den Unternehmensgewinnen weitergeht. Die Konsensmeinung für die Gewinnerwartungen 2017 ist weiterhin sehr positiv. „Diese ist aber vor allem vom Turnaround im Bankensektor und bei rohstofforientierten Unternehmensgewinnen abhängig, und diese Erholung steht aus verschiedenen Gründen auf wackligen Beinen“, gibt Podger zu bedenken. Er geht aber davon aus, dass das Gewinnwachstum 2017 zumindest höher sein wird als in den vergangenen Jahren.

Vorsicht vor Wetten auf politische Entwicklungen

„Es bestehen nach wie vor große politische Risiken in der ganzen Welt, und einige Ereignisse werden stark polarisieren. Ich denke daher, dass es jetzt mehr als je zuvor darauf ankommt, sich auf die Aktienauswahl zu konzentrieren und nicht zu viele Risiken durch Wetten auf politische Entwicklungen einzugehen“, so Podger.

In seinem Fidelity Funds World Fund fokussiert er sich auf drei Arten von Aktien. Erstens auf Unternehmen, die sich in einem strukturellen Wandel befinden, hier liegt sein Anlagehorizont bei 12 bis 18 Monaten. Zweitens setzt er auf Value-Aktien mit Potenzial für Gewinnwachstum und einer Neubewertung in den nächsten drei Jahren. Diese haben in der Regel den größten Anteil am Portfolio. Der dritte Bereich sind marktstarke Firmen, die Erträge über ein hohes Umsatzwachstum generieren.

* vollständiger Fondsname: Fidelity Funds - World Fund A-EUR; ISIN: LU0069449576