Fidelity-Fondsmanager: „Peripherieländer sind auf einem guten Weg“

Matt Siddle, Alexandra Hartmann, Christian von Engelbrechten (v. li.)

Matt Siddle, Alexandra Hartmann, Christian von Engelbrechten (v. li.)

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Alexandra Hartmann, Fondsmanagerin des Fidelity Euro Blue Chip Fund:

"Während sich die US-Konjunktur aufgrund der drohenden Fiskalklippe an einem Scheideweg befindet, haben die Maßnahmen der EZB die Lage in Europa merklich entspannt. Mit der Senkung der Lohnstückkosten und dem Abbau der Leistungsbilanzdefizite befinden sich die Peripherieländer auf einem guten Weg. Dennoch sind viele Strukturprobleme noch ungelöst, und es ist durchaus möglich, dass sich die Unternehmens- und Konjunkturlage erneut verschlechtert. Ich rechne daher weiter mit volatilen Märkten und setze unverändert auf Unternehmen, die in der Lage sind, überwiegend aus eigener Kraft zu wachsen, also losgelöst vom makroökonomischen Umfeld."


Matt Siddle, Manager des Fidelity European Growth Fund, über europäische Aktien

"Die jüngsten geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank EZB und der US-Notenbank Fed haben die Lage an den Finanzmärkten deutlich stabilisiert und das Anlegervertrauen erheblich verbessert. Dennoch sitzen die Probleme in Europa tief. Angesichts der trüben Aussichten für die globale Konjunktur in den kommenden zwölf Monaten werden die Rentabilität und Gewinnsituation vieler Unternehmen leiden. Daher rechne ich auch 2013 mit einer schwankenden Konjunktur und volatilen Börsen.

Ungeachtet der konjunkturellen Entwicklung gibt es in Europa jedoch viele Unternehmen, die im historischen Vergleich und auch verglichen mit anderen Anlageklassen außerordentlich günstig bewertet sind. Besonders interessant sind multinationale Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen und gesunden Bilanzen, die gut positioniert sind, um vom Konsumhunger der Emerging Markets profitieren zu können.

Gewinne versprechen vor allem Unternehmen mit genügend Preismacht, also solche, die etwaige Preiserhöhungen auch an die Verbraucher weitergeben können. Daneben halte ich günstig bewertete Titel aus dem zyklischen Konsumgüter- und Mediensektor für vielversprechend. Das sind meist Gesellschaften mit hohen Cashflows. Auch nicht-zyklische Konsumgüterproduzenten mit einer starken Marktstellung können attraktiv sein.

Der Energiesektor profitiert von einem starken Nachfrageausblick. Da die herkömmlichen, leicht zu erschließenden Öl- und Gasvorkommen langsam zur Neige gehen, müssen Förderunternehmen mehr Technologie einsetzen, um die Fördermenge zu halten. Viele der neu entdeckten Energievorkommen sind entweder Schiefergas beziehungsweise Schieferöl oder befinden sich in der Tiefsee. Diese Vorkommen sind nur mit einem deutlich höheren technologischen Aufwand zu erschließen als herkömmliche Öl- und Gasfelder. Das unterstützt einen höheren Ölpreis und davon profitieren Fördertechnikunternehmen."