Finanzberatung und Asset Management Das leistet Künstliche Intelligenz bei der Geldanlage

Digitale Sprachassistenten wie Alexa als Bankberater der Zukunft? Künstliche Intelligenz ermöglicht mit Produkten wie Amazon Echo oder Google Home Bankkunden bereits heute, beispielsweise ihren Kontostand abzufragen. | © Fabian Hurnaus

Digitale Sprachassistenten wie Alexa als Bankberater der Zukunft? Künstliche Intelligenz ermöglicht mit Produkten wie Amazon Echo oder Google Home Bankkunden bereits heute, beispielsweise ihren Kontostand abzufragen. Foto: Fabian Hurnaus

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Hartmut Giesen, Sutor Bank

Um die Künstliche Intelligenz (KI) ist ein mehrdimensionaler Wettlauf entbrannt. Nationen wie die USA oder China, aber auch die EU ringen um die KI-Dominanz. Unternehmen, allen voran die amerikanischen und chinesischen Tech-Firmen, investieren hohe Summen in intelligente Technologien. Angela Merkel kündigte kürzlich bei der Eröffnung der Hannover Messe eine deutsche und europäische KI-Initiative an.

Beim Thema Geldanlage heißt es jedoch häufig, dass KI nur geringe Bedeutung erlangen dürfte, weil der menschliche Faktor entscheidend sei. Weit gefehlt. KI wird den Finanzsektor auf allen Ebenen der Wertschöpfung verändern, vom Kunden-Front-End bis ins Backoffice. Die Finanzunternehmen, die sich nicht mit KI befassen, werden über kurz oder lang vom Markt verschwinden.

Was heißt KI für Privatanleger?

Eine Perspektive kommt dabei jedoch häufig zu kurz: Was heißt KI eigentlich für den Privatanleger? Was kommt vom Potenzial der KI bei ihm an? Kann Computer-Intelligenz den Vermögensaufbau von Anlegern optimieren, und wenn ja wie und an welcher Stelle?

Es spricht einiges dafür, dass Privatanleger durch KI renditestärker, effizienter und preiswerter anlegen können. Unter anderem deshalb, weil IT-Innovationen immer schneller auch für Endkunden nutzbar werden und die „Waffenungleichheit“ zwischen professionellen und Privatanlegern schrumpft.

KI: Alles außer starre Prozesse

KI ist ganz klar von konventioneller Automatisierungs- oder Computer-Technik abzugrenzen. Für diesen Beitrag sei die Definition getroffen, dass wir es dann mit KI zu tun haben, wenn aus einem variablen Situationskontext heraus Entscheidungen getroffen werden und nicht nur starre Prozesse abgearbeitet werden; dies trifft auf das Verstehen von Sprache oder das Erkennen von Mustern im Anlageverhalten genauso zu wie auf die Analyse von Märkten und die Reaktionen auf diese Analysen.

Um das Wirken von KI auf den Anlageerfolg zu analysieren, betrachten wir uns die einzelnen Prozess-Elemente, die bei einem Investment zusammenspielen:

KI in Berater-Kunden-Kommunikation

Eine der Paradedisziplinen der KI ist die Kommunikation in natürlicher Sprache, einem Feld, in dem in den letzten Jahren und Monaten Fortschritte gemacht wurden, die kaum jemand für möglich gehalten hat.

Anleger können heute schriftlich mit Chatbots oder via Stimme mit den KIs von Alexa (Amazon), Google oder Apple kommunizieren. Diese digitalen Gespräche ersetzen auch in Zukunft nicht das Gespräch mit einem kompetenten Finanz- oder Vermögensberater. Aber in diesen Dialogen lassen sich sehr einfach viele finanz- und anlagerelevante Informationen erfassen und umgekehrt individualisierte Beratungsinhalte zurückgeben.

Damit können einerseits Anleger betreut werden, die zuvor gar keinen Zugang zu einer qualifizierten Beratung hatten, andererseits senkt es die Beratungskosten, was sich direkt in der Rendite jeder Anlagestrategie niederschlägt. Darüber hinaus ermöglichen Sprach-Interfaces eine kontinuierliche Betreuung von Anlegern auch außerhalb von in der Regel eher seltenen Beratergesprächen.