Finanzfrage der Woche: Wie funktionieren Aktien?

Die New York Stock Exchange.<br>Foto: Mario Tama/Getty Images

Die New York Stock Exchange.
Foto: Mario Tama/Getty Images

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„Gier ist gut!“ Selten hat eine Filmfigur das Image des Aktionärs so geprägt wie die des Gordon Gekko alias Michael Douglas 1987 in „Wall Street“. Dass plötzlich jeder Möchtegern-Börsianer rote Hosenträger trug, war dabei nur ein Nebeneffekt. Regisseur Oliver Stone legte seinem Musterkapitalisten die Grundregel der Börse in den Mund: „Geld wird nicht verloren oder geschaffen. Es wechselt nur den Besitzer.“ Damit wäre das Wichtigste schon gesagt: Die Börse ist ein Marktplatz, auf dem Waren gehandelt werden. Eine solche Ware ist die Aktie.

Zu den 50 Top-Aktien des vergangenen Jahrzehnts geht es hier.

Aktionäre sind Unternehmer

Mit Aktien kann praktisch jeder zum Unternehmer werden, sie verbriefen das Grundkapital eines Unternehmens. Aktionäre sind also nichts anderes sind als dessen Eigentümer und Geldgeber. Folglich nehmen sie auch am Erfolg und Misserfolg des Unternehmens teil – über den Aktienkurs und die ausgeschütteten Gewinnbeteiligungen (Dividenden).
Zu den Rechten des Aktionärs gehört das Stimmrecht für die jährliche Hauptversammlung (HV). Jeder, der beispielsweise auch nur eine einzige Bayer-Aktie im Depot hat, könnte eine Eintrittskarte bestellen, zur HV fahren und direkt vom Vorstand Auskunft verlangen. Grundsätzlich zählt jede Aktie eine Stimme. Die HV entscheidet unter anderem über die Entlastung der Unternehmensmanager,  Satzung, Gewinnverwendung und im Ernstfall über die Auflösung des Unternehmens. Normalerweise genügt eine einfache Mehrheit.

Bei Vorzugsaktien gibt’s mehr Dividende, aber kein Stimmrecht

Am folgenden Tag ist für den Aktionär Erntezeit. Dann schüttet das Unternehmen einen Teil des Gewinns als Dividende aus. Besitzer von Vorzugsaktien erhalten eine erhöhte Dividende und verzichten dafür auf das Stimmrecht. Die normalen Anteilscheine heißen Stammaktien.

Nun könnte es sein, dass clevere Investoren Aktien vor der Ausschüttung kaufen, die Dividende kassieren und sie anschließend wieder abstoßen. Um das zu verhindern, wird die Dividende am Ausschüttungstag rechnerisch vom Aktienkurs abgezogen. Der bekommt an diesem Tag den Zusatzvermerk „exD“, also „ohne Dividende“, damit alle Bescheid wissen, was da gerade passiert ist. Kurseinbrüche am Tag nach der HV sind deshalb häufig kein Grund für Trübsal. Schließlich landet dafür die Dividende auf dem Konto des Aktionärs.

Der Fiskus will auch etwas von der Dividende haben

Allerdings will der Fiskus davon etwas abhaben. Seit 2009 kassiert er von sämtlichen Kursgewinnen und Dividenden über die Abgeltungssteuer pauschal 25 Prozent (zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer). Verluste sind aufrechenbar.

Die Höhe der Dividende schlägt das Management vor. Eine Ausschüttung in Höhe von 40 bis 60 Prozent des Konzerngewinns gilt allgemein als angemessen. Tatsächlich reicht die Höhe der Dividende im Vergleich zum Aktienkurs von zweistelligen Prozentbeträgen bis Null. Diese sogenannte Dividendenrendite ist eine wichtige Kennzahl für die Aktienanalyse.

Wie Sie zum Aktionär werden und wie sich ein Aktienkurs bildet, lesen Sie auf der kommenden Seite.