„Finanzkraft“-Kennzahl Keine Crash-Gefahr bei Lebensversicherungen: Rating-Agentur wehrt sich gegen Bild-Bericht

Zwei Leserinnen mit Bild-Zeitung | © Getty Images

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„Die Minizinsen bringen die deutschen Lebensversicherer immer mehr in Bedrängnis“, schreibt die Bild-Zeitung in einem aktuellen Bericht. „Bis 2025 müssen sie ihre Rücklagen von heute 45 auf 196 Milliarden Euro steigern, um die vertraglich zugesicherten Leistungen auszahlen zu können.“ Das zeige eine Stellungnahme der Ratingagentur Assekurata für den Finanzmarktausschuss des Bundestages.

Nur 1 Kennzahl „nicht sachgerecht“

Die in der Studie unter anderem aufgeführte Kennzahl „Finanzkraft“ der deutschen Lebensversicherer sei laut Assekurata zwar als Grundlage eines Vergleichs gewesen, doch es sei „nicht sachgerecht, die Finanzkraft eines Anbieters alleine anhand dieser Kennzahl zu messen“. Denn: „Bei der Finanzkraft spielen viele Faktoren eine Rolle, welche sich nur mittels eines interaktiven Ratings seriös ermitteln und bewerten lassen.“

Die in dem Bericht angeführte Kennzahl stelle die Erträge, die ein Lebensversicherer aus den Kapitalanlagen seiner Kundengelder erwirtschaftet hat, den bestehenden Garantiezinsen und der Zuführung zur Zinszusatzreserve gegenüber. „Hierüber wird der Eindruck erweckt, dass ein hoher Wert eine hohe ‚Finanzkraft‘ widerspiegele und umgekehrt“, heißt es von Assekurata. Demnach befänden sich 20 Unternehmen in der „Zins-Falle“.