Finanzministerium in NRW berichtet So viel Steuern müssen Manager, Profi-Fußballer & Co. nachzahlen

Portugals Star Cristiano Ronaldo küsst den gewonnenen Pokal nach dem erfolgreichen Europameisterschafts-Endspiel gegen Frankreich | © Getty Images

Portugals Star Cristiano Ronaldo küsst den gewonnenen Pokal nach dem erfolgreichen Europameisterschafts-Endspiel gegen Frankreich Foto: Getty Images

Wer einen Jahresverdienst in Millionenhöhe einstreicht, wird von den deutschen Steuerbehörden gleich etwas genauer beobachtet. Im Visier stehen vor allen Dingen Personen, bei denen die Behörden von einem hohen Steuerhinterziehungsrisiko ausgehen. Der Wirtschaftswoche liegen aktuelle Zahlen aus dem nordrhein-westfälischen Finanzministerium zu Steuernachforderungen unter Top-Verdienern vor.

Die Summen, die deutsche Steuerbehörden 2015 von Verdienstmillionären zurückforderten, seien mit 329 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent angestiegen, berichtet die Wirtschaftswoche.

Eine Goldgrube für Steuerprüfer ist demnach Bayern: Hier hätten die Behörden im Schnitt fast 460.000 Euro pro Top-Verdiener erfolgreich nachgefordert. Auch in Nordrhein-Westfalen hat es sich offenbar gelohnt, genauer nachzuschauen: Die Nachzahlungen seien hier im vergangenen Jahr um 90 Prozent in die Höhe geschnellt. Jeder einzelne Verdienst-Millionär habe durchschnittlich 336.603 Euro nachzahlen müssen. Deutschlandweit waren es rund 273.000 Euro pro Person.

Die Angaben beziehen sich auf Top-Verdiener, die aus beruflicher Tätigkeit, Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen ein zu versteuerndes Einkommen von über 500.000 Euro beziehen. Ausgenommen sind Unternehmer, da diese nicht als Einzelperson, sondern in Zusammenhang mit ihren Unternehmen überprüft werden. Rund 10.000 Personen fallen laut Informationen der Wirtschaftswoche in Deutschland in diesen Personenkreis.

Interessantes Detail: Zwar werden die konkreten Auswahlkriterien des Personenkreises, bei denen die Behörden ein höheres Steuerhinterziehungsrisiko annehmen, geheim gehalten. Nach Informationen der Wirtschaftswoche fallen allerdings Profi-Fußballer wie etwa die jüngst ins Steuervisier geratenen Stars Mesut Özil und Cristiano Ronaldo besonders häufig ins Risikoraster der Steuerprüfer.