Finanztipp der Woche: Alternativen zu offenen Immobilienfonds

Bild: modo / photocase.com

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Der PGV Tower in Bukarest ist Vorzeigeobjekt einer neuen Welt – und Symbol für einen teuren Fehlgriff. Über 15 Etagen erstreckt sich das höhere der beiden verbundenen, voll verglasten Häuser. Es gibt vier Fahrstühle, Tiefgarage, einen hauseigenen Wassertank. Die Mieter zahlen zusammen jeden Monat rund 200.000 Dollar. Hauptnutzer ist die rumänische Postbank.

Zunächst kauft im Jahr 2005 der Shedlin-Fonds „New European Frontiers“ den Glaspalast für 24 Millionen Euro. Nicht ganz zwei Jahre später gibt er ihn weiter an den Degi Global Business, einen offenen Immobilienfonds für Großanleger, den heute die Gesellschaft Aberdeen betreut.

Der Kaufpreis liegt jetzt bei 28,8 Millionen Euro. In einem Bericht heißt es 2008: „Die Objektqualität entspricht nicht dem jungen Gebäudealter.“ Und die Klimaanlage ist für die obersten Etagen zu schwach.

Nun der Schock: Der Hauptmieter will trotz laufenden Vertrags raus. Ein neuer Mieter wird wohl kaum zu denselben Konditionen nachrücken. Aberdeen wird den PGV Tower um fast die Hälfte abwerten müssen. Auch andere Objekte verlieren an Wert. Ein Fondsanteil wird um mehr als ein Fünftel billiger. Quittung für einen Reigen an Fehleinschätzungen.

Die Nachricht trifft die Branche. Wegen drohender Mittelabflüsse sind viele offene Immobilienfonds geschlossen, darunter drei Aberdeen-Fonds. An den Börsen werden die Anteile mit enormen Abschlägen gehandelt (siehe Tabelle).

Die besten Alternativen zu offenen Immobilienfonds
Experten haben den Untergang erwartet. Zum Beispiel Hannes Peterreins, Vermögensverwalter aus München. Mit Beiträgen wie „Warum ich offenen Immobilienfonds nicht traue“ schwingt er in seinem Blog – www.geldanlage-finanz-blog.com – kräftig die Abrissbirne. „Diese Fonds sind Fehlkonstruktionen“, sagt Peterreins. Durch die Cash-Quoten gaukele man den Anlegern eine Liquidität vor, die diese Anlageform einfach nicht hat.

Renovierung versäumt

Erste Probleme gab es bereits vor über vier Jahren. Schon damals mussten einige Fonds schließen. Doch die Branche hat es seitdem verschlafen, sich neu zu erfinden (zum Themen-Special "Immobilienfonds in der Krise"). „Zwar sind offene Immobilienfonds etwas transparenter geworden“, sagt Eckhard Sauren, der als Dachfondsmanager Immobilienfonds fortlaufend beobachtet. „Die Immobiliengutachter ermitteln aber noch immer Werte, die in Krisenzeiten selten am Markt zu erzielen sind.“ Bereits in der Vergangenheit regte Sauren Halte- und Kündigungsfristen für Anleger oder neue Bewertungsmaßstäbe als Lösungsmöglichkeit an.