Finet: „One-Stop-Shopping ist der Schlüssel zum Erfolg“

Stefan Michler (links) und Lambert Stegemann, Finet

Stefan Michler (links) und Lambert Stegemann, Finet

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DAS INVESTMENT.com: Stichworte: Konsolidierung, kritische Größe, Nischenpools - wie sehen Sie die Poollandschaft in Deutschland in fünf Jahren? Stefan Michler: Aufgrund der steigenden Anforderungen an die Qualität der Beratung und die zunehmenden rechtlichen Anforderungen wie etwa die Beratungsdokumentation werden sich in Zukunft nur diejenigen Pools im Markt durchsetzen können, die absolute Priorität auf die hohe Transparenz ihrer Geschäftsprozesse und auf die Qualität des Produkt- und Dienstleistungsangebotes legen. Eine eindeutige Zielgruppenfokussierung, wie sie die Finet schon seit Jahren für ihr Geschäftsmodell zugrunde legt, ist zudem wichtig, um sich im Markt von Wettbewerbern abzugrenzen. DAS INVESTMENT.com: Wo sehen Sie ihr Alleinstellungsmerkmal? Michler: Der größte Vorteil eines Maklerpools – auch in der Zukunft – ist das Prinzip des „One-Stop-Shopping“. Denn die angebundenen Makler können so ein umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot von einem Anbieter abrufen. Hier stehen umfassende Lösungsangebote wie zum Beispiel eine Fondsvermögensverwaltung als mögliche Alternative zunehmend im Interesse. Wir werden daher unser Konzept weiter ausbauen. Hierzu zählt auch eine erstklassige Unterstützung etwa im Bereich IT, Fachsupport sowie umfassende Weiterbildungsangebote. Zudem bietet die Finet ihren Partnern über Kooperationen Zugang zu speziellen Deckungskonzepten für bestimmte Berufsgruppen an, beispielsweise für Mediziner. Ein Einzelmakler dürfte über derartige Produktzugänge nicht verfügen. Und auch für den zielgruppenorientierten Makler ist es wichtig, qualifizierte Unterstützung für andere Kundensegmente zu erhalten. DAS INVESTMENT.com: Wo würden Sie aus Sicht des Pools die Regulierungsmaßnahmen von Berlin und Brüssel anders handhaben? Michler: Die Zielrichtung der Regulierung auch und insbesondere im Hinblick auf Anlegerschutz sollte vielmehr aus dem Blickwinkel der Beratungsqualität und der Berater gesehen werden und weniger aus Sicht eines sicherlich gut gemeinten Anlegerschutzes. Bereits seit einiger Zeit wird deutlich erkennbar, dass nicht nur seriös arbeitende Berater, sondern zunehmend auch die interessierten Investmentkunden an der Vielzahl von Dokumenten im Verlauf eines Beratungsprozesses keinen zusätzlichen Mehrwert mehr erkennen können. Viel hilft viel mag gut gemeint sein, aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. DAS INVESTMENT.com: Welche Rolle spielt die viel diskutierte Unabhängigkeit eines Pools? Wie stehen Sie zu Beteiligungen von Produktgebern? Lambert Stegemann: Die Finet legt hohen Wert auf ihre Unabhängigkeit als Maklerpool. Denn nur so ist gewährleistet, dass wir den angebundenen Maklern ein umfassendes Produkt- und Serviceportfolio anbieten können, das sich ausschließlich an den Anforderungen der Makler und deren Kunden orientiert. Seit der Unternehmensgründung befindet sich die Finet im Besitz der angeschlossenen Versicherungs- und Finanzmakler sowie einem Teil der Mitarbeiter. Kein Aktionär verfügt über eine Sperrminorität, Produktgeber sind nicht an der Gesellschaft beteiligt. Diese besondere Eigentümerstruktur ermöglicht es den Partnern, durch aktive Mitbestimmung Einfluss auf strategische Unternehmensentscheidungen zu nehmen und sichert die langfristige Unabhängigkeit der Finet AG. DAS INVESTMENT.com: Wie wichtig sind ein vom Pool gestelltes Haftungsdach und dessen Ausgestaltung für die Makler? Michler: Die Finet bietet über die Tochtergesellschaft Finet Asset Management AG (FAM) auch ein Haftungsdach an ‒ nach dem Prinzip des „One-Stop-Shopping“. So können Finanzberater, die dem Haftungsdach der FAM angeschlossen sind, ihren Kunden eine ganzheitliche Finanzplanung bieten. Über unser CRM-System „First“ stehen dem Vermittler auf Knopfdruck alle erforderlichen Informationen sofort zur Verfügung, sei es aus den Bereichen Versicherungen, Investments oder Beteiligungen.