„Firewall im Depot“ Krügerrand: Goldmünzen sind eine hervorragende Geldanlage in Niedrigzins-Zeiten

Thoms Buckard ist Vorstand der Wuppertaler Vermögensverwaltung Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen (MPF)

Thoms Buckard ist Vorstand der Wuppertaler Vermögensverwaltung Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen (MPF)

Es gibt viele gute Gründe, Gold zu besitzen. Das Edelmetall gilt geradezu als die klassische Beimischung für jedes Depot. Wenn wir Gold erwerben, spielt der aktuelle Preis nur eine untergeordnete Rolle, bedeutender sind die gefühlten Erwartungen an die Zinssituation, die Politik der Notenbanken, die Dominanz einzelner Währungen, die Energiepreise oder alternative Anlageformen. Gold verspricht Sicherheit in kritischen Zeiten.

Gold hat zusätzlich einen ganz besonderen Charme: es ist physisch greifbar, es ist erlebbar, und damit – zumindest theoretisch – unmittelbar als Tauschmittel geeignet. Erst recht, wenn es als Münze beziehungsweise offizielles Zahlungsmittel von einer Notenbank herausgegeben wird. Am 3. Juli 1967 brachte die „South African Mint Company" in Pretoria mit dem 1 oz Krügerrand, die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Goldanlagemünze der Welt, heraus. Der legendäre 32,77 Millimeter mal 2,84 Millimeter große Krügerrand enthält eine volle Unze Feingold (rund 31,103 Gramm) sowie zusätzlich rund 2,83 Gramm Kupfer (22 Karat Legierung – 916,6/1000 mit 1/12 Kupferanteil). Dieser Beimischung verdankt die Anlagemünze ihren kräftigen Rotton und eine deutlich höhere Härte als empfindliches Feingold.

Die Vorderseite des großen Krügerrand zeigt bis heute unverändert ein Porträt von Paul Kruger (Präsident der Südafrikanischen Republik und Gründer des Krüger-Nationalparks), die häufiger abgebildete Rückseite trägt das südafrikanische Nationaltier – den Springbock – als Motiv. Der Krügerrand erreichte schnell eine bislang unerreichte Marktdominanz, vielleicht auch, weil der bis dahin durch die USA bei 35 US-Dollar/Unze eingefrorene Goldpreis wieder frei gehandelt wurde. Die Stückelungen unterhalb einer Unze wurden 1980 eingeführt, im Jubiläumsjahr 2017 kommen weitere Stückelungen hinzu.

Obwohl er eine Münze ist, trägt der Krügerrand keinen Nennwert. Damit unterscheidet er sich vom kanadischen Maple Leaf, den – statt Paul Krüger und Springbock - Königin Elisabeth II und ein Ahornblatt zieren. Der Maple Leaf stellt seit 1979 für Münzsammler und Goldanleger eine Alternative dar, zumal er sogar einen noch höheren Goldgehalt aufweist. Für Krügerrand und Maple Leaf wird der Wert täglich von offizieller Seite entsprechend dem Gold-Marktpreis festgesetzt.

Aufgrund seines Alters wurde zunächst der Klassiker aus Südafrika zum Synonym für moderne Anlagemünzen, zumal er unkompliziert erworben werden konnte. Die Beliebtheit von Krügerrand und Maple Leaf beruht auch auf sehr praktischen Gründen: Zum einen dem mit etwa fünf Prozent verhältnismäßig geringen Aufpreis auf den an den Edelmetallbörsen festgelegten Kassakurs. Zum anderen, weil beide Münzen als Anlagegold ebenso wie Goldbarren in der Schweiz und den Ländern der EU von der Mehrwertsteuer befreit sind.

Wenn Edelmetall als Anlage und Krisenabsicherung, quasi „als Firewall im Depot“, im Vordergrund steht, sind Münzen wie Maple Leaf oder Gold-Krügerrand gut geeignet, das Depot angemessen abzurunden. Seriöse Vermögensverwalter wissen um einen weiteren Vorteil eines angemessenen Engagements in Gold: Die Zinsen sind aktuell so niedrig, dass die Anleger bei Gold wenig Gefahr laufen, auf Erträge aus anderen Anlagen verzichten.