Firmenanleihen: Die besseren Aktien

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Es gibt nur noch fünf auf der ganzen Welt: Pfizer, Johnson & Johnson, Exxon Mobil, Microsoft und ADP (Automatic Data Processing) sind die einzigen Unternehmen, die Standard & Poor’s derzeit mit der Bestnote AAA bewertet. Die Rating-Agentur hält sie damit für außergewöhnlich gute Schuldner. Die Finanzkrise ist allerdings auch an ihnen nicht spurlos vorbeigegangen. Die Aktionäre mussten in den vergangenen zwei Jahren durch die Bank zweistellige Verluste hinnehmen. Die Anleihenbesitzer hingegen hat der Abschwung kaum getroffen: Auf Euro lautende Investment-Grade-Anleihen, also Papiere von Firmen guter Bonität mit einem S&P-Rating von BBB und aufwärts, verloren im Schnitt nur 5,6 Prozent. Sicherheit war allerdings auch auf den Rentenmärkten oberstes Gebot: Hochzinsanleihen verloren 32,9 Prozent, sichere Bundesanleihen gewannen 13,5 Prozent. Mit weiteren Kursgewinnen ist bei den Staatspapieren allerdings kaum zu rechnen, und Zinsen sind derzeit so niedrig, dass Anleger mit den Papieren gerade noch ihr Kapital erhalten. Pleiterisiko ist eingepreist Firmenanleihen sind deutlich attraktiver: So wirft das im August 2021 fällige Papier des Ölkonzerns Exxon Mobil beispielsweise 8,63 Prozent im Jahr ab, und für die im März 2018 fällige Anleihe des Pharma-Konzerns Pfizer bekommen Anleger immerhin noch 4,65 Prozent Zinsen. Das Problem: Beide Anleihen lauten auf Dollar und haben somit ein nicht unerhebliches Währungsrisiko.
Im Vergleich zu Aktien sind Euro-Firmenanleihen aber geradezu eine sichere Bank. Wer bis zum Laufzeitende dabeibleibt, bekommt 100 Prozent des Nennnwerts ausgezahlt. Die Rendite entspricht dann dem Zins der Anleihe. >> Grafik vergrößern
Vorausgesetzt allerdings, das Unternehmen geht nicht pleite. Zugegeben, das Ausfallrisiko ist angesichts der aktuellen Konjunkturflaute nicht gerade klein. Die Rating-Agenturen S&P und Moody’s rechnen damit, dass dieses Jahr eine Rekordzahl von Firmen zu Konkursmasse wird. 2009 werde jede zehnte westeuropäische Firma minderer Bonität als Schuldner ausfallen, heißt es von S&P. Der Markt hat diese Ausfälle allerdings längst einkalkuliert. Weil Anleger alles abgestoßen haben, was auch nur entfernt mit Risiko zu tun hat, sind die Kurse von Unternehmensanleihen so tief gefallen, dass die Risikoaufschläge auf ein Rekordniveau geklettert sind. Die Spreads, die Renditeaufschläge gegenüber sicheren Staatsanleihen, sind so hoch wie zuletzt während der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren. Grundsätzlich gilt: Je weniger Bonität ein Unternehmen genießt, desto höhere Zinsen muss es bieten, damit die Anleihen Käufer finden. Doch in diesem Fall wurden die problemlosen Schuldner einfach in Sippenhaft genommen.