First Eagle Amundi Income Builder Fonds Basis des Erfolgs ist die Suche nach erfolgreichen Unternehmen

Jan Vormoor, Senior Investment Specialist bei First Eagle Investment Management: „Unser struktureller Wettbewerbsvorteil ist, dass wir uns viel Zeit nehmen”

Jan Vormoor, Senior Investment Specialist bei First Eagle Investment Management: „Unser struktureller Wettbewerbsvorteil ist, dass wir uns viel Zeit nehmen”

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Die Schnelllebigkeit unserer Zeit beeinflusst auch das Wirtschaftsleben. Alles soll möglichst schnell gehen, der Erfolg von Unternehmen wird vielfach an Quartalsergebnissen gemessen. Geduld ist eine seltene Tugend geworden. Von dem Schnelligkeits-Virus lassen sich auch einige Fondsmanager und deren Kunden anstecken. Sie rennen Trends und kurzfristigen Hypes hinterher. Ganz anders agiert First Eagle Investment Management. Senior Investment Specialist Jan Vormoor fasst die wesentlichen Eigenschaften der Kapitalanlagegesellschaft so zusammen: „Uns zeichnet vor allem aus, dass wir eine sehr konservative, auf lange Zeiträume angelegte Investmentstrategie haben. Für First Eagle ist das Investieren eine lange Reise, kein kurzfristiger Trip.“ Man sei ein Partner für langfristig orientierte Kunden, nicht für Anleger, die nur kurzfristig investieren wollen.

Das äußert sich in allen Details der Arbeit des Unternehmens. In den USA werden nur sieben Fonds, in Europa nur zwei betreut. In den vergangenen 15 Jahren hat First Eagle nur einen Fonds aufgelegt – den First Eagle Income Builder Fund. Auch er wird nach den bekannten und bewährten First-Eagle-Prinzipien gemanagt. „Wir setzen auf langfristigen Kapitalerhalt mit Schutz vor zwischenzeitlichen Rückschlägen, und keinesfalls auf kurzfristige Kursgewinne. Alle unsere Fonds werden nach diesen zentralen Vorgaben gemanagt“, betont Vormoor.

Entscheidend sind intrinsischer Wert und Diskont

Das würden wohl auch einige andere Fondsmanager unterschreiben. Dennoch weist First Eagle einige Besonderheiten auf. Dazu zählt, dass sich die Fondsmanager nicht an Benchmark-Indizes orientieren. Somit unterliegen sie bei ihren Anlageentscheidungen weder regionalen noch branchen-basierten Einschränkungen. Die Entscheidung, einen Titel zu kaufen, fällt alleine auf Basis einer sorgfältigen Prüfung der Fundamentaldaten des fraglichen Unternehmens. „Wir wollen ein Unternehmen, in das wir investieren, von Grund auf verstehen“, sagt Vormoor. Basis der Entscheidung sei die Ermittlung des intrinsischen Werts. Gekauft werde ein Wert nur, wenn er am Markt mit einem Diskont von mindestens 30 Prozent gehandelt werde.

Wenn die Entscheidung zugunsten einer Aktie ausfällt, so bleibt sie sehr lange im Fonds-Portfolio. Oft liegt die Haltedauer von Aktien in First-Eagle-Fonds bei mehr als zehn Jahren. Daraus resultiert ein weiteres Kennzeichen der ruhigen Management-Hand: Der durchschnittliche Umschlag der Titel liegt bei nur 10 Prozent im Jahr. Viele andere Fonds haben deutlich mehr Umschlag. Haben also die Manager bei First Eagle weniger Arbeit als bei anderen Fondsgesellschaften? Keineswegs. „Unser struktureller Wettbewerbsvorteil ist, dass wir uns viel Zeit nehmen“, betont Vormoor. „Der durchschnittliche Aktienanalyst muss jede Woche ein bis zwei originelle Investment-Ideen generieren. Bei uns reicht es, wenn er zwei oder drei gute Ideen im Jahr hat. Wir orientieren uns nicht an Quartalsergebnissen. Ich verstehe auch nicht, was die sollen. Wenn andere das tun, ist das gut für uns, weil wir prinzipiell anders denken.“

                            „Im Einkauf liegt der Gewinn“: Steigt der Wert eines Titels im Fondsportfolio deutlich über den intrinsischen Wert, wird er verkauft

Immer begrenzte Positionen plus Absicherung durch Gold

Ebenso hilfreich ist die Einhaltung ganz klarer, leicht nachvollziehbarer Management-Prinzipien. So halten First-Eagle-Fonds nie mehr als drei Prozent an einem Unternehmen. Und es gibt seit 40 Jahren auch immer ein Gold-Exposure. So werden unvorhergesehene Ereignisse und extreme Marktbewegungen gehedgt. Doch Basis des Erfolgs ist und bleibt die Suche nach erfolgreichen Unternehmen. Wird eines identifiziert, kann es durchaus viele Jahre dauern, bis der Einstieg möglich ist. So wartete First Eagle mehrere Jahre, um bei Microsoft einzusteigen. „Wir hatten das Unternehmen seit Ende der 90er auf unserem Radar, doch wie viele andere Technologie-Unternehmen war es damals ziemlich überbewertet. Dann sackte der Aktienpreis um über 50 Prozent ab, um sich bei 25 US-Dollar einzupendeln. Und das, obwohl der Umsatz und die Gewinne des Unternehmens weiter stiegen und sogar eine Dividende ausgeschüttet wurde. Da fingen wir langsam an, in Microsoft zu investieren. Wir konnten dann während der globalen Finanzkrise unsere Position in Microsoft zu noch günstigeren Preisen ausbauen. In 2010 fielen die Kurse der Microsoft-Aktie im Zuge des iPad-Rausches wieder in den Keller. Viele Marktteilnehmer wetten damals auf das baldige Ende des PC-Zeitalters, und dass alle Büroangestellte demnächst nur noch mit iPads arbeiten würden. Dies erlaubte uns, unsere Position in Microsoft günstig aufzustocken und zu einem der Top-Holdings unseres Fonds zu machen. Seitdem hat sich der Aktienkurs von Microsoft vervierfacht.“