Fixed Income „Es ist Zeit, Portfolios nach Jahren des billigen Geldes zu verschlanken“

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt, die jüngst wieder quantitative Lockerungsmaßnahmen in die Wege geleitet hatte. (Bild: Getty Images)

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt, die jüngst wieder quantitative Lockerungsmaßnahmen in die Wege geleitet hatte. (Bild: Getty Images)

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Investoren im Fixed-Income-Bereich haben sich zu sehr an die lockere Geldpolitik und leichtes Geld gewöhnt und könnten schon bald erheblichen Gegenwind spüren, warnt Iain Buckle von Kames Capital.

Laut Buckle, Co-Manager des Kames Sterling Corporate Bond Fund mit einem verwalteten Vermögen von 669 Millionen GBP, gibt es verstärkte Anzeichen dafür, dass die jüngste Rally an den Kreditmärkten inzwischen an Fahrt verliert.

Angesichts dessen und der Tatsache, dass Anleger die Brexit-Risiken und die Möglichkeit einer deutlichen Straffung der monetären Zügel unterschätzen, sei derzeit ein guter Zeitpunkt für eine Neubewertung der Portfolios und die Mitnahme von Gewinnen. „Anleger stehen potenziellen weiteren.

Zinsanhebungen in den USA sehr gelassen gegenüber und die Kreditmärkte, wie die meisten risikoreichen Märkte, haben sich seit Langem an die Diät des billigen Geldes gewöhnt“, so Buckle.

„Die derzeit mangelnde Bereitschaft der US-Notenbank, ihre Geldpolitik rascher als im Schneckentempo zu straffen, sowie die jüngste Ausweitung der quantitativen Lockerungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) stellten während der vergangenen acht Wochen für die Kreditmärkte eine Art «Goldlöckchen»-Szenario dar. Jedwede Gefährdung dieses Szenarios würde vermutlich zu mehr Volatilität führen.“

„Mir fällt es schwer, die Lage optimistisch zu betrachten“

Der Manager fügt hinzu, dass die Bewertungen von Unternehmensanleihen auf ihrem derzeitigen Niveau nach der jüngsten Rally kaum Anlass zur Euphorie böten, zumal die Währungshüter ihre Unterstützung voraussichtlich in unmittelbarer Zukunft nicht zurückfahren werden.

„Die Credit Spreads für bedeutende Teile des Unternehmensanleihenmarktes haben sich seit Jahresanfang verengt, befinden sich aber immer noch auf einem höheren Niveau als vor zwölf Monaten“, sagt Buckle.

Sein abschließendes Resümee: „Mir fällt es daher schwer, die Lage zu optimistisch zu betrachten, vor allem angesichts der vielen Stolpersteine. Tatsächlich wäre nach der jüngsten Erholung der Kreditmärkte derzeit ein guter Zeitpunkt für leichte Gewinnmitnahmen.