Flaggschiff-Fonds Credit Short Duration als Ausweg aus der Niedrigzinsfalle

Alexis Renault, Global Head of High Yield bei Oddo BHF Asset Management

Alexis Renault, Global Head of High Yield bei Oddo BHF Asset Management

Eine Geldanlage in fünfjährigen Bundesanleihen kostet (!) den Investor rund einen halben Prozentpunkt pro Jahr. Die Rendite von Unternehmensanleihen mit hoher Bonität und ähnlicher Laufzeit lädt mit etwa 0,9* Prozent ebenfalls nicht zum Jubeln ein. Das Zinsumfeld stellt den Anleger inzwischen vor sehr große Herausforderungen. Wo sind noch verlässliche Renditen zu erzielen?

Auf der Risikoleiter nach oben klettern ist die logische Konsequenz, um der nun schon seit Jahren schleichenden Zinserosion zu entgehen. Ganz mutige Marktbeobachter sprechen sogar davon, dass Dividenden der neue Zins seien. Das ist vorschnell, denn Aktien sind eine komplett andere Anlageklasse mit deutlich mehr Risiko. Bevor man also die Assetklasse wechselt, sollte der Anleihemarkt noch einmal eingehend unter die Lupe genommen werden. Hier bietet sich „Credit Short Duration“ als potenzielle attraktive Alternative an.

Bei dieser Anlagestrategie wird in Unternehmensanleihen aus dem Investment Grade- und High Yield-Universum mit kurzer Laufzeit bzw. Restlaufzeit investiert. Der Anleger macht sich dabei die vorteilhaften Charakteristika hinsichtlich des Ausfallrisikos, der Zinssensitivität und der Volatilität zu Nutze.

Das Ausfallrisiko minimieren

Der klassische Anleiheinvestor misst dem Ausfallrisiko traditionell die höchste Bedeutung bei: The return of the money is more important than the return on the money! Während dieses Risiko bei Investment Grade-Titeln vergleichsweise gering ist, kann es bei High Yield einen zweistelligen Prozentsatz erreichen. Daher meidet manch einer dieses Segment gar, was jedoch ein Fehler sein könnte. Denn mit drei Faktoren lässt sich diese Quote erheblich entschärfen: der sogenannte Seasoning-Effekt, eine detaillierte Kredit-Analyse und natürlich die klassische Diversifizierung in einem Portfolio.

Der Seasoning-Effekt beschreibt den empirisch nachweisbaren Fakt, wonach die Ausfallwahrscheinlichkeit von High Yield-Anleihen sinkt, je länger diese am Markt umlaufen. Gestützt auf Daten der Ratingagentur S&P von 1981 bis 2010 beträgt die Ausfallrate von High Yield-Titeln in den ersten vier Jahren ihres Umlaufs 15,1 Prozent, während sie vom fünften bis zum achten Jahr nur noch 7,5 Prozent beträgt. Es ist also signifikant wahrscheinlicher, dass eine „junge“ Hochzinsanleihe ausfällt als eine schon „ältere“. Da die Credit Short Duration-Strategie, so wie es das „Short“ im Namen zeigt, auf kurze Restlaufzeiten setzt, kommen für sie genau diese „reiferen“ Anleihen mit der statistisch geringeren Ausfallwahrscheinlichkeit in Frage.

Der zweite Faktor zur Reduzierung des Ausfallrisikos ist eine detaillierte Credit-Analyse der Zukunftsfähigkeit und der Schuldentragfähigkeit jedes Emittenten. Wir bei Oddo BHF Asset Management erachten einen ausgefeilten und auf Einzeltitel fokussierenden Analyseprozess sowie langjährige und branchenspezifische Erfahrung als entscheidende Stellschrauben für die Minimierung der Verlustrisiken. In den vergangenen 16 Jahren hatten wir in unserem Team auch keinen einzigen Ausfall einer Unternehmensanleihe zu verzeichnen.

Obendrein wird das Ausfallrisiko und der damit verbundene Schaden mit einer breiten Diversifizierung über Länder, Branchen und Unternehmen zusätzlich reduziert. So war beispielsweise der rund eine Milliarde große Flaggschifffonds Oddo Compass Euro Credit Short Duration per Jahresende 2016 in über 151 Anleihen investiert, wobei auf die größte Position 2,8 Prozent des Fondsvermögens entfielen.

„Short Duration“ ist Synonym für geringe Zinssensitivität

Die Zinssensitivität ist für die Investoren der zweite wichtige Aspekt jeder Anlageentscheidung. Auch in dieser Hinsicht sticht „Credit Short Duration“ dank der spezifischen Merkmale von Unternehmensanleihen positiv hervor. Der relativ hohe Coupon sorgt für sich genommen schon für eine kürzere Duration als die von Staatsanleihen. Die erwähnte kurze Restlaufzeit der Einzelpapiere trägt zusätzlich zur relativ kurzen durchschnittlichen Kapitalbindungsdauer bei. Im Resultat verhält sich ein entsprechendes Portfolio deutlich widerstandfähiger gegenüber Zinsänderungen als langlaufende klassische Bond-Portfolios. Hinzu kommt eine geringere Volatilität im Vergleich zu traditionellen High Yield- bzw. Investment Grade-Anlagen. Diese beiden Vorteile gilt es zu betonen, denn die Zinsen werden nicht ewig auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben. Im Nachgang der US-Präsidentschaftswahl fand seit November 2016 bereits ein spürbarer Renditeanstieg statt. In einem solchen Umfeld schneidet ein Portfolio mit niedriger Zinssensitivität besser ab.

Um die Vorteile der Credit Short Duration-Strategie vollends zu nutzen, kommt es auf eine gezielte Zusammenstellung und eine aktive Steuerung des Portfolios an. Entscheidend sind dabei ein an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasstes Mischungsverhältnis aus High Yield- und Investment Grade-Anleihen sowie eine umfassende Credit-Analyse jedes einzelnen Unternehmens inklusive permanenter Beobachtung. Beides ist elementar für die frühzeitige Identifikation von Bonitätsverbesserungen bzw. -verschlechterungen eines Unternehmens und hat direkte Auswirkung auf die Wertentwicklung des Portfolios.

Überzeugender Track Record

Oddo BHF Asset Management hat vor fünfeinhalb Jahren den Oddo Compass Euro Credit Short Duration aufgelegt, der überwiegend in Unternehmensanleihen mit einem Rating von B3 bzw. B- oder besser investiert, und die in der Regel noch höchstens vier Jahre laufen. Ende Oktober 2017 bestand das Portfolio zu 18 Prozent aus Investment Grade- und zu 82 Prozent aus High Yield-Anleihen. Die gewichtete Duration des Fonds betrug 1,0 Jahr.

Dieser konkrete Anlageerfolg hat den Oddo Compass Euro Credit Short Duration zu einem der Flaggschiffprodukte des deutsch-französischen Asset Managers gemacht. Mit einer aktuellen durchschnittlichen Rendite** von 1,7 Prozent per Ende Oktober 2017 bietet der Fonds auch weiterhin eine vergleichsweise attraktive Verzinsung. Sicherheitsorientierte Anleger müssen also nicht unnötig hoch auf der Renditeleiter klettern oder gar die Anlageklasse wechseln. Die Credit Short Duration-Strategie ist eine attraktive Alternative, um mit etwas mehr Risikobereitschaft der Niedrigzinsfalle zu entgehen.

*Quelle: Markit, iBoxx Euro Corporate Overall Index, 31.10.2017

**Die Rendite kann nicht garantiert werden