Flugzeugfonds: Gefeit vor Turbulenzen

Quelle: Dr. Peters

Quelle: Dr. Peters

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40 Flugzeuge reihen sich in der kalifornischen Mojave-Wüste aneinander. Sie warten. Auf ihre Rückkehr ins Fliegerleben oder auf ihre Ausschlachtung. Das trockene Wüstenklima schützt sie vor Korrosion und anderen Schäden. Der ehemalige Militär- und heutige Weltraumflughafen Mojave Airport ist nur einer der vielen Parkplätze für nicht gebrauchte Flugzeuge. „Seit Sommer 2008 ist der Passagier- und Frachtverkehr eingebrochen“, sagt Alexander Zock vom Darmstädter Forschungsinstitut European Center für Aviation Development (ECAD). Viele – vor allem amerikanische – Fluggesellschaften seien daher gezwungen, vorübergehend Maschinen stillzulegen. Und wenn die Finanzkrise anhält, werden bald womöglich nicht mehr nur gebrauchte Flugzeuge in die Wüste geschickt. Edward Pieniazek von der auf Luftfahrt spezialisierten Beratungsfirma Ascend warnt vor einer Finanzierungslücke. In seinem schlimmsten Szenario würden 200 Flugzeuge direkt von der Werft in die Wüste fliegen, da es für sie keinen Käufer und keine Finanzierung gibt. Airbus fordert bereits Staatshilfen. Stetig steigende Passagierzahlen In den vergangenen Jahrzehnten hat die Luftfahrt konjunkturelle Krisen ganz gut weggesteckt. Die Passagierzahlen sind nur kurzfristig stagniert oder gesunken. Ihre Entwicklung hängt stark an der Konjunktur. In den vergangenen guten Zeiten legte der Luftverkehr doppelt so stark zu wie die globale Wirtschaft. In schwächeren Zeiten gilt dies nicht. Der globale Verband der Luftfahrtindustrie IATA rechnet für 2009 mit schrumpfenden Passagierzahlen (3 Prozent), 2011 sollen sie aber schon wieder um mehr als 5 Prozent steigen. So mies die Lage auf dem Luftfahrtmarkt zurzeit auch sein mag, die angebotenen Flugzeugfonds betrifft sie nur am Rande. Die Finanzierungen stehen, ebenso die Leasingverträge. „Die Leasingraten mit dem Leasingnehmer sind vertraglich vereinbart. Dadurch sind die Mieteinnahmen der Fondsgesellschaft für zwölf Jahre gesichert“, sagt Markus Lang von Real I.S., die mit dem Bayern Fonds Best Aviation 1 zwei Mittelstreckenflieger (Airbus A320) finanziert. Das ist auch der Zeitraum der Leasingverträge der meisten anderen Fonds. Auswirkungen der Krise auf ihre Fonds sehen die Emissionshäuser daher nicht. Die Anleger des DCM Flugzeugfonds 1 müssen zwar aufgrund des Boeing-Streiks drei Monate länger auf ihre Frachtmaschine des Typs Boeing 777-300LFR warten. Dadurch verzögere sich jedoch nur die erste Ausschüttung entsprechend, heißt es von DCM. „Die Risikofaktoren von Flugzeugfonds sind der Ausfall des Leasingnehmers und die Anschlussvermietung nach der Erstcharter beziehungsweise der Verkauf “, so Christian-Oscar Geyer. Für den Geschäftsführer von Dr. Peters sind zumindest die Produkte aus seinem Hause „einfach verständlich,  zwar nicht sehr renditestark, dafür aber relativ prognosesicher“. Dr. Peters vermietet im aktuellen Fonds eine Langstreckenmaschine Boeing 777 300-ER an die bonitätsstarke Airline Emirates.