Fonds der Walser Privatbank "Mischfonds nehmen Anlegern zwei Probleme ab"

Messarbeiten an einer Gasturbine beim Dax-Unternehmen Siemens. Dax-Werte stellen die Aktienkomponente im Walser Portfolio German Select (Foto: Siemens AG)

Messarbeiten an einer Gasturbine beim Dax-Unternehmen Siemens. Dax-Werte stellen die Aktienkomponente im Walser Portfolio German Select (Foto: Siemens AG)

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Die einfachsten Strategien sind häufig die erfolgreichsten: Mit einem konsequent umgesetzten Konzept erntet der flexible Mischfonds Walser Portfolio German Select seit gut zehn Jahren viel Zuspruch von Anlegern und erhielt etliche Preise.

Manager Jürgen Jann vom Kapitalmarktteam der Walser Privatbank erklärt die Grundidee hinter dem im Januar 2004 aufgelegten Fonds: „Unser Fonds nimmt dem Anleger zwei Probleme ab. Erstens: Soll ich in Renten oder Aktien investieren? Zweitens: In welchem Verhältnis soll ich die Anlageklassen wann mischen?“

Jann investiert in Aktien und Renten – genauer: in den Dax und in den deutschen Rentenindex RexP. Basis für die Aufteilung des Portfolios auf die beiden Anlageklassen, die Jann über Direktinvestments in Aktien und Anleihen sowie über Zertifikate und Derivate abdeckt, ist ein mathematisches Modell, das ohne Prognosen auskommt.

Zu Beginn jedes Jahres gewichten Jann und seine Kollegen Aktien und Anleihen jeweils mit 50 Prozent. Übers Jahr wird die Gewichtung monatlich angepasst: Die Asset-Klasse, die sich im abgelaufenen Monat besser entwickelt hat, wird höher gewichtet.

Je höher die Outperformance, desto höher fällt die Anpassung aus. Bis zum Jahresende ist so je nach Marktentwicklung eine 100-Prozent-Gewichtung in Aktien oder Anleihen möglich. Ende 2013 beispielsweise lag die Aktienquote bei fast 100 Prozent.

Aktuell liegt sie leicht über den neutralen 50 Prozent. Damit macht der Fonds einen möglichen Aufwärtstrend am Aktienmarkt zwar nicht vollständig mit. „Langfristig zahlt es sich aber aus, in Verlustjahren nur zum geringen Teil in Aktien investiert zu sein“, sagt Jann.

So wie 2008, als der Fonds mit einem Minus von nur 1,8 Prozent schloss, während der Dax über 40 Prozent eingebüßt hat. Diese Verlustbegrenzung, die die Walser-Experten über die unterjährige prozyklische Anpassung des Portfolios erreichen, hat denn auch einen wesentlichen Anteil an der guten Gesamtperformance von 7,7 Prozent seit Auflage des Fonds.

Weitere wichtige Komponente ist die Rebalancierung zum Jahresanfang, die automatisch antizyklisch wirkt, weil die besser gelaufene Asset-Klasse verkauft wird.

Teamorientiert statt regelbasiert

Die Expertise der Walser Privatbank beschränkt sich jedoch nicht auf einen solchen streng regelbasierten Ansatz und deutsche Wertpapiere. Anleger, die breiter über Asset-Klassen und Unterklassen streuen wollen, finden in den Walser-Vermögensverwaltung-Strategie-Fonds sechs unterschiedliche Varianten für die jeweils persönliche Risikotragfähigkeit.

Der Walser Vermögensverwaltung Strategie Balance ist die ausgewogene Variante: Im Schnitt investiert Jann, der auch für diesen Fonds verantwortlich ist, mit seinem Team rund 60 Prozent des Fondsvermögens in hoch qualitative Anleihen.

Der Aktienanteil ist vornehmlich in Europa (Richtwert: 20 Prozent), den USA (10 Prozent), Japan (6 Prozent) und den Schwellenländern (4 Prozent) angelegt. Zudem mischen Jann und sein Team Immobilien, Rohstoffe und Hedgefonds in geringem Maß bei.

Anders als beim German Select spielen für den Strategiefonds die Markteinschätzungen durchaus eine Rolle. Teamorientiert entscheiden Jann und seine Kollegen über aktive Positionierungen und konkrete Titelauswahl. Dabei beziehen sie quantitative und qualitative Kriterien in die Auswahl ein.

Für die Aktienseite und Alternative Investments nutzen die Manager ausschließlich Fonds und vor allem kostengünstige und transparente ETFs. Auf der Rentenseite investieren sie in einen Mix aus einzelnen Anleihen, ETFs und Fonds. Kern ist die umfassende Risikokontrolle.

Jann: „Sie dominiert die Renditemaximierung über alle Stufen unseres Investmentprozesses.“ Globale Diversifikation ist für die Manager daher oberstes Gebot. Hinzu kommt eine Szenarioanalyse, die die Auswirkungen von Marktbedingungen auf das Portfolio und seine Bestandteile simuliert.  Dazu nutzt das Team sowohl konstruierte als auch historische Stresssituationen.