Fonds-Perle Großes Tennis mit japanischen Nebenwerten

Taeko Setaishi, Fondsmanagerin des Atlantis Japan Opportunities

Taeko Setaishi, Fondsmanagerin des Atlantis Japan Opportunities

Für Japans Wirtschaft läuft es zur-zeit eher mittelprächtig. Die heimische Währung verteuert sich zunehmend und hat etwa gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn mehr als 15 Prozent an Wert gewonnen. Damit legen auch die Preise japanischer Güter im internationalen Vergleich zu, was die Aussichten der Außenwirtschaft dämpft. Exporte sind Nippons wirtschaftlicher Hoffnungsträger. Gehen diese zurück, sinken die Gewinne der Ausfuhrunternehmen, und die Börsenkurse schwächeln. Seit Jahresbeginn tritt der japanische Aktienindex Topix nahezu auf der Stelle. Dass mit der richtigen Auswahl japanischer Aktien indes weit bessere Ergebnisse möglich sind, zeigen Fonds wie der Atlantis Japan Opportunities.

Der hat seinen Wert von Januar bis Anfang Oktober um 13,6 Prozent gesteigert, verglichen mit dem Vorjahreszeitpunkt liegt er 31,9 Prozent im Plus. Taeko Setaishi lenkt den Fonds auch auf längere Sicht erfolgreich und hat Resultate dieser Größenordnung regelmäßig abgeliefert. So konnte sie in den zurückliegenden fünf Jahren den Anteilspreis um 195 Prozent erhöhen, das entspricht einer jährlichen Rendite von mehr als 24 Prozent.

Warum schneidet die Fondsmanagerin so viel besser als der gesamte Aktienmarkt ab? Setaishi angelt zuvorderst kleine Fische. Knapp 40 Prozent des Fondsvermögens hat sie in Aktien von Gesellschaften gesteckt, die an der Börse zusammen weniger als 450 Milliarden Euro wert sind. Dagegen machen große Konzerne mit mehr als 1,8 Milliarden Euro Börsenwert zusammen nicht einmal ein Viertel des Portfolios aus. Hinzu kommt, dass nicht etwa Exporteure, sondern Dienstleister mit 22 Prozent Setaishis bevorzugtes Wirtschaftssegment darstellen. Das ist der Börsenexpertin zufolge in erster Linie eine Folge der Titelauswahl: „Der Sektor-Aufteilung widmen wir kaum Aufmerksamkeit.“

Dieses Vorgehen sorgt für die großen Unterschiede zur Benchmark, die nicht immer vorteilhaft sind: Im Juli etwa lief der Fonds hinter dem Topix her und produzierte ein leichtes Minus, als Banken und Versicherungen zu den größten Börsengewinnern gehörten. Im Atlantis-Fonds machen Finanzdienstleister insgesamt nicht einmal 5 Prozent aus. Zusammen mit den stärker schwankenden Börsenkursen liefert dies auch den Grund für den derzeit besonders hohen Cash-Anteil.

Setaishi will ihr Pulver trocken halten: Momentan hat sie 6 Prozent des Vermögens nicht investiert. Für gewöhnlich liegt die Quote lediglich zwischen 1 und 3 Prozent. Die Japanerin legt großen Wert auf einen reinen Investmentstil, Derivate beispielsweise können ihrem Bekunden nach keinen Weg in den Fonds finden. Die zurzeit 55 Aktiengesellschaften, für die sie sich entschieden hat, bilden einen bunten Querschnitt der japanischen Wirtschaftswelt. Die Spitzenposition belegt der auf Badminton, Golf und Tennis spezialisierte Sportausstatter Yonex mit 4,1 Prozent. An Spezialisten mangelt es unter Setaishis Favoriten nicht. Dazu zählt auch Kenko Mayonnaise, die zehntgrößte Position des Fonds und Produzent von Mayonnaise und Sojasoßen. Die Fondsmanagerin traut nicht nur ihren Investments, sondern der ganzen Ökonomie die Rückkehr auf den Wachstumspfad zu: „Der stärkere Yen ist nicht das Ende der Welt, die Wirtschaft wird dies überwinden.“ Und 2017 werden die Unternehmensgewinne wieder steigen, lautet ihre Prognose.

Atlantis Japan Opportunities

➤ Einsteigen: Wer auf wachstumsstarke kleine Unternehmen außerhalb Europas und der USA setzen will

➤ Umsteigen: Aus Japan-Fonds, die eng mit dem Index schmusen

➤ Besonderheit: Enges Portfolio, vom guten Näschen der Fondsmanagerin abhängig

ISIN: IE00B5TB9J06
Auflegung: 26. Mai 2011
Fondsvermögen: 18,2 Millionen Euro
Performance seit Auflage: 238 Prozent