Fonds-Perle So suchen die Manager des Squad Value nach Aktien-Schnäppchen

Christian Struck, Mitgründer der Fondsberatung Discover-Capital: Für seinen Fonds Squad Value sucht Struck zusammen mit Stephan Hornung nach unterbewerteten Aktien guter Unternehmen. | © Discover-Capital

Christian Struck, Mitgründer der Fondsberatung Discover-Capital: Für seinen Fonds Squad Value sucht Struck zusammen mit Stephan Hornung nach unterbewerteten Aktien guter Unternehmen. Foto: Discover-Capital

Gebechert wird immer, klar. Manchmal ist es aber eine gute Idee, sich nicht nur auf die edlen Tropfen zu konzentrieren, sondern aufs Beiwerk. Zum Beispiel Weinkorken. Die schnitzt das portugiesische Unternehmen Corticeira Amorim, 3.500 Mitarbeiter, 605 Millionen Euro Umsatz und 4,2 Milliarden Flaschenkorken im Jahr. Weltmarktführer. Das Unternehmen ist stark am Markt, es ist erfinderisch, es steht zu 75 Prozent im Familienbesitz – und es hat eine profitable Aktie. Die Fondsmanager Stephan Hornung und Christian Struck griffen im Sommer 2015 bei 4,24 Euro zu, heute notiert sie bei über 11 Euro.

Hornung und Struck gründeten 2004 die Augsburger Fondsberatung Discover-Capital und sind gemeinsam für den sehenswerten Aktienfonds Squad Value verantwortlich. Das Portfolio bestücken sie gern mit solchen schwer zu findenden Meistern ihres Fachs (englisch: Hidden Champions), wie der portugiesische Korken Kracher zweifellos einer ist.

Ein Value-Produkt

Obwohl der Fonds aus zwei Teilen besteht, kann man ihn getrost als Value-Produkt bezeichnen. Denn für drei Viertel greifen fundamentale Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Allerdings erst nach einer kleinen Korrektur. „Wir ermitteln, welche Belastungen den Gewinn gedrückt haben, aber gar keine echten Ausgaben waren. Muss das Unternehmen das voraussichtlich nicht noch einmal aufbringen, schlagen wir sie auf den Gewinn wieder drauf“, erklärt Struck. Als Beispiel für solche virtuellen Ausgaben nennt er Abschreibungen auf den Kundenstamm eines übernommenen Unternehmens. Denn den hat man einmal bezahlt und schreibt ihn einmal ab – die Kunden behält man aber.

Ein zweites Bewertungskriterium ist es, den Börsenwert mit dem tatsächlichen Wert eines Unternehmens zu vergleichen. „Diefranzösische Beteiligungsgesellschaft FFP ist an der Börse 40 Prozent weniger wert als ihre Beteiligungen zusammengenommen“, sagt Struck. Derzeit seien solche Fälle aber selten geworden, meint er. Wenn eine Aktie unter ihrem wahren Wert notiert, gebe es auch meist einen triftigen Grund.