Fonds-Porträt: BB Adamant Medtech (Lux) Zukunftsmarkt Medizintechnik

Stefan Blum, Portfolio Manager des BB Adamant Medtech (Lux)

Stefan Blum, Portfolio Manager des BB Adamant Medtech (Lux)

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Welche Investment-Story steht hinter Ihrem Fonds?

Stefan Blum: Der Medizintechniksektor erzielte zwischen 2008 und 2013 eine deutliche Outperformance von knapp 25 Prozent gegenüber dem Gesamtmarkt (MSCI World in Euro). Insbesondere in einem schwierigen Marktumfeld generiert der Sektor attraktive Erträge. Grund dafür ist die stetige Nachfrage nach klinischen Dienstleistungen und Innovationen, die neue Marktsegmente schaffen.

Kurz- und mittelfristig rechnen wir mit einer zusätzlichen Performancedynamik durch die Industrialisierung im Gesundheitswesen. Mergers & Acquisitions (M&A-Aktivitäten) nehmen bereits deutlich zu. Neue partnerschaftliche Geschäftsmodelle zwischen Medizintechnikanbietern, Krankenhäusern und öffentlichen Organisationen eröffnen zusätzliche Umsatzpotenziale für große, multinationale Medizintechnikunternehmen.

Dies gilt nicht nur für bereits vorhandene, sondern auch für neue Geschäftsfelder außerhalb von Krankenhäusern – vor allem im Dienstleistungsbereich. Das führt zu einer weiteren Wachstumsbeschleunigung kombiniert mit M&A, stabileren Geschäftsmodellen mit geringerer Schwankungsbreite und höheren Dividendenrenditen.

Wie lässt sich das Anlageuniversum Ihres Fonds beschreiben?

Wir investieren global und berücksichtigen alle Anbieter von Produkten, mit denen ein Patient beim Arzt oder im Krankenhaus in Kontakt kommt. Neben den traditionellen Medizintechnikanbietern von Implantaten, Verbrauchsmaterialien und Ausrüstungsgütern investieren wir auch in Diagnostikunternehmen und Healthcare-IT Software-Entwickler.

Wodurch zeichnen sich Ihre Investmentphilosophie und Ihr Investmentstil aus?

Unser Investmentfokus liegt auf Qualität und Liquidität. Dies entspricht auch dem Investitionsfokus unserer Anleger aus dem Privatkunden- und Vermögensverwalterbereich. Sie halten den Medizintechnikmarkt mit seinen langfristigen Wachstumstreibern und seiner stetigen Nachfrage für besonders attraktiv.

Unsere Titelauswahl basiert auf einer fundamentalen Unternehmensanalyse. Hierbei nehmen wir insbesondere den medizinischen Nutzen, das Sparpotenzial für das Gesundheitswesen sowie das erwartete Marktpotenzial der entsprechenden Produkte genau unter die Lupe.

Generell verfolgen wir einen konservativen und von Vorsicht geprägten Anlagestil, den wir auch bei euphorischen Aktienmärkten mit potenziell geringerem Interesse an hohen Dividenden- und Free-Cash-Flow-Renditen beibehalten.

Ein global verankertes Experten-Netzwerk bestehend aus Beratern der Wissenschaft und Industrie unterstützt uns bei unseren Anlageentscheidungen. Wir investieren zu rund 80 Prozent in multinationale Blue Chips. Denn wir sehen die multinationalen Großunternehmen dank ihres umfassenden Produktangebots, ihrer geografischen Reichweite und Finanzkraft als am besten positioniert, die Herausforderungen der anstehenden Industrialisierung im Gesundheitswesen zu meistern.

Aber auch kleine und mittelgroße Innovationsführer mischen wir dem Portfolio bei. Hierbei stellen wir hohe Anforderungen an die Qualität der Geschäftsmodelle und das Management der Unternehmen, um ein für unsere Anleger attraktives Risiko-Rendite Profil zu erzielen.

Bitte beschreiben Sie uns Ihren Investmentprozess näher.

Die Zusammensetzung des Portfolios weist eine hohe Konstanz auf. Durchschnittlich nehmen wir pro Jahr rund fünf neue Positionen im Portfolio auf und verkaufen etwa ebenso viele Positionen. Sämtliche Positionen werden kontinuierlich überwacht, was uns erlaubt, von größeren Kursbewegungen zu profitieren.

Für welche Zielgruppe eignet sich Ihr Fonds?

Der Fonds eignet sich für Investoren, die vom Wachstum des Medizintechniksektors profitieren möchten, einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren haben und bereit sind, die üblichen Aktienrisiken zu tragen. Denn die folgenden Faktoren verleihen dem Sektor ein enormes Wachstumspotenzial: Die Überalterung der Gesellschaft, der westliche Lebensstil und seine Folgen wie Fettleibigkeit oder Herzerkrankungen sowie die damit einhergehenden, steigenden Gesundheitskosten.

Welchen besonderen Rendite-Risiko-Eigenschaften sollten sich Anleger Ihres Fonds bewusst sein?

Herrscht an den Aktienmärkten Euphorie, nimmt das Interesse an hohen Dividenden- und Free-Cash-Flow-Renditen und solide finanzierten Unternehmen tendenziell ab. Das könnte die relative Fondsperformance temporär belasten.

Welche Einzelposition, Branche oder Assetklasse hat sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders ausgezahlt? Bitte nennen Sie ein Investment-Beispiel.

Die beiden größten Unternehmen in unserem Portfolio sind Medtronic und Covidien. Der angestrebte Zusammenschluss beider Firmen und der daraus resultierende jeweilige starke Aktienkursanstieg haben uns in unserer Einschätzung bestärkt, dass die Industrialisierung mit 25 Jahren Verzögerung nun auch im Gesundheitswesen Einzug hält.

Das breite, umfassende Produktangebot schafft Synergien in der Logistik und im Vertrieb. Dadurch können die Kunden von tieferen Preisen profitieren und das Unternehmen erhält gleichzeitig seine Ertragskraft. Medtronic hat bereits begonnen, im Rahmen von langjährigen Serviceverträgen Operationssäle eigenständig zu finanzieren und zu betreiben und den Krankenhäusern Operationen zum Festpreis zu verrechnen. Zusätzlich hat Medtronic auch die technologische Kompetenz, Dienstleistungen zu erbringen, die über die Grenzen des Krankenhauses hinausreichen. Hierzu zählt zum Beispiel die Echtzeitüberwachung der Patienten zu Hause.

Der Zusammenschluss von Medtronic und Covidien kreiert nicht nur eine Plattform für zukünftiges Wachstum, sondern auch eine sehr attraktive Anlagemöglichkeit mit signifikantem Kurspotenzial. Das Umsatzwachstum beschleunigt sich, das Geschäft ist besser diversifiziert, die Eintrittsbarrieren sind hoch und dank einer kombinierten Marktkapitalisierung von 65 Milliarden US-Dollar werden neue Investorengruppen erreicht. Das Risiko-Ertrags-Profil von Medtronic wird deutlich attraktiver und zeigt zu vergleichbaren Konsumgüteraktien ein Aufwertungspotenzial von über 20 Prozent.

Welche Einzelposition, Branche oder Assetklasse hat sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht wie erwartet entwickelt? Bitte nennen Sie ein Investment-Beispiel.

Investitionen in kleine innovative Unternehmen sind zum Teil mit großen Risiken verbunden. Obwohl unsere Stakeholderanalyse zeigt, dass Patienten, Ärzte, Krankenhäuser und Versicherer von den Produkten profitieren können, führen oft unerwartete Probleme im Management, bei der Produktentwicklung oder Markteinführung zu enttäuschenden Kursentwicklungen. Wir berücksichtigen diese Risiken, indem wir hier nur kleine Portfoliopositionen aufbauen. Unser Investment in GI Dynamics, Anbieter des EndoBarrier Implantats zur Behandlung des Typ-2-Diabetes und der Fettleibigkeit, ist ein Beispiel.