Fonds-Porträt Castell VV Defensiv R „Das Korrelationsverhalten von Anleihen hat sich seit der Finanzkrise deutlich verbessert“

Achim Hammerschmitt, Fürstlich Castell‘sche Bank: „Für Renten sprechen immer noch viele Gründe“

Achim Hammerschmitt, Fürstlich Castell‘sche Bank: „Für Renten sprechen immer noch viele Gründe“

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Anleger, die nicht erst seit wenigen Jahren investieren, wissen: Wenn es ungemütlich an den Kapitalmärkten wurde, gab es lange Zeit eine attraktive Möglichkeit, das Geschehen von der Seitenlinie aus zu beobachten, ohne sich selbst größeren Risiken auszusetzen. Geldmarktfonds, Tages- und Termingelder boten zwar keine enormen, aber doch weitestgehend risikolose akzeptable Erträge.

Heute erleben wir erneut vergleichsweise ungemütliche, zumindest aber sehr unsichere Zeiten an Aktien- und Rentenmärkten. Doch anders als noch vor zehn Jahren lässt sich das Kapital nicht mehr einfach am Geldmarkt parken – jedenfalls dann nicht, wenn es noch einen Ertrag abwerfen soll. Auch bei klassischen Staatsanleihen, über lange Jahre der entscheidende Stabilitätsanker für jedes Portfolio, sehen zynische Marktbeobachter mittlerweile eher ein „zinsloses Risiko“ als einen risikolosen oder jedenfalls -armen Zins.

Mit Blick allein auf Deutschland ist an der Sichtweise möglicherweise etwas dran: Seit die Umlaufrendite Anfang Juni erstmals in der Geschichte in den negativen Bereich gedreht hat, müssen Kapitalanleger schon zu Papieren mit sehr langen Laufzeiten von mindestens zehn Jahren greifen, um sich Aussichten auf einen minimalen Ertrag zu erhalten. Angesichts des nicht unerheblichen Kursrisikos – dem gerade Langläufer ausgesetzt sind, sollten die Zinsen irgendwann wieder steigen – verzichten allerdings viele Anleger lieber auf die minimalen Erträge und weichen doch wieder auf den zwar zins- aber ebenso risikolosen Geldmarkt aus.

Ein klarer Fehler, wie Achim Hammerschmitt erläutert. Der Leiter Vermögensverwaltung und Fondsmanagement der Fürstlich Castell’schen Bank ist der Überzeugung: „Für Renten sprechen immer noch viele Gründe: das negative Korrelationsverhalten zu Aktien, die Sicht auf die globale Rentenwelt und die Chancen auf der Währungsseite.“ Für konservative Anleger wie die Fürstlich Castell’sche Bank seien Anleihen laut Hammerschmitt weiterhin besonders wichtig. Das gilt naturgemäß vor allem für die defensive Variante ihrer Vermögensverwaltung und den entsprechenden Fonds Castell VV Defensiv.

Aktienquote bis 35 Prozent

Der vermögensverwaltende Fonds investiert global breit gestreut in Anleihen, Aktien sowie in ausgewählte Alternative Investments. Die maximale Aktienquote liegt bei 35 Prozent, Alternative Investments können bis zu 30 Prozent beigemischt werden – vor allem Rohstoffe, Edelmetalle, Immobilienaktien (Reits) sowie börsennotierte Private-Equity-Unternehmen. Intransparente Hedgefonds und Nahrungsmittel-Rohstoffe sind aufgrund des verantwortungsbewussten Anlagestils beziehungsweise aus ethischen Gründen explizit ausgeschlossen.