Fondsmanager des Carmignac Sécurité Wie macht man mit einem Anleihenfonds heute ein Plus, Herr Ney?

Keith Ney

Keith Ney

DAS INVESTMENT.com: Herr Ney, der Carmignac Sécurité setzt auf kurz laufende europäische Anleihen. Wie macht man mit einem reinen Anleihenfonds im heutigen Zinsumfeld ein Plus?

Keith Ney: Mit kurz laufenden europäischen Staatsanleihen ist es tatsächlich schwer, Rendite zu erwirtschaften. Aber wir haben einen sehr flexiblen Ansatz. Wir müssen nicht allein Kurzläufer kaufen. Der gesamte europäische Markt für Staatsanleihen steht uns offen. Und wir können auch Unternehmensanleihen ins Portfolio holen, darunter maximal zehn Prozent Hochzinsemissionen. Wir haben trotz vieler Risikobeschränkungen ein sehr großes Investmentuniversum. Bis zu 20 Prozent können wir auch Anleihen in Fremdwährungen im Portfolio haben. Also steht uns sogar der Markt der US-Treasuries und US-Unternehmensanleihen zu einem gewissen Grade offen.

Gleichzeitig hat der Fonds ein geringes Durationsrisiko. Wir haben eine zulässige Spanne von minus 3 bis plus 4 bei der modifizierten Duration – ein vergleichsweise geringes Durationsrisiko also. Außerdem können wir in einem steigenden Zinsumfeld zu einem gewissen Anteil auch Short-Wetten eingehen. Wir haben also ein großes Investment-Universum von unterschiedlichen Renditequellen und sind flexibel. Dadurch können wir auch im aktuellen Zinsumfeld Gewinne erwirtschaften.

Welche dieser Möglichkeiten haben Sie zuletzt genutzt?

Ney: Seit einiger Zeit haben wir ein gutes Händchen mit europäischen Banken-Anleihen. Und als sich vor etwa einem Jahr das Zinsumfeld wieder zu wandeln begann, sind wir im Carmignac Securité in negative Duration gegangen. Wir haben uns für steigende Zinsen positioniert.

Noch ist im Euroraum von einer Zinserhöhung keine Rede. Im Gegenteil: Einige Beobachter glauben, Mario Draghi könnte das Quantitative Easing im nächsten Jahr weiter fortsetzen.

Ney: Im Juli 2016 haben wir gespürt, dass sich eine Wende vollzieht. Das Wachstum zog an, die Inflation ging nach oben. Die Zentralbanken wollten wieder für steilere Zinskurven sorgen. Das hat unseren Makro-Ausblick verändert.

Wie haben Sie sich daraufhin positioniert?

Ney: Wir können zu einem gewissen Anteil, wie gesagt, auch Short-Positionen eingehen. Wir nutzen die Swap-Märkte und Futures auf US-amerikanische-, deutsche-, französische- und Italienische- Staatsanleihen, um unser Portfolio vor dem steigenden Zinsumfeld abzusichern.

Hat der Ansatz funktioniert?

Ney: Die Zinshedges haben uns Rendite gebracht, als die Zinsen stiegen. Zur selben Zeit hat unsere Benchmark, der Euro MTS 1-3 Y (EUR) von FTSE MTS, bei minus 40 Basispunkten negativ rentiert. Das Umfeld war schwierig, auch für viele unserer Wettbewerber, die weniger flexibel anlegen können.