„Fondsmarkt wird sich in extrem aktiv und passiv teilen“

Quelle: Pixelio

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"Ein Investment in einen börsennotierten Indexfonds (ETFs) ist so, als würde man in der Obst- und Gemüseabteilung eines Supermarktes das gesamte Sortiment kaufen, obwohl man nur Äpfel und Bananen mag." So drückte es ein Vertreter der aktiv gemanagten Fondsindustrie aus, mit dem ich vor ein paar Tagen gesprochen habe.

Diese Aussage wirkte im ersten Moment sehr erheiternd auf mich. Im zweiten Augenblick brachte sie mich aber zum Nachdenken, denn so ganz unrecht hatte der Branchenvertreter nicht. Schließlich deckt ein Investor mit dem Kauf eines börsennotierten Indexfonds (ETF) ein ganzes Marktsegment ab und kauft so gegebenenfalls auch Aktien, deren Zukunft ungewiss erscheint - nur weil diese in dem entsprechenden Index enthalten sind. Im Gegensatz dazu sollten aktive Fonds in der Lage sein, aufgrund der von Ihnen durchgeführten Analysen die schlechten Titel eines Index auszusortieren und so die Wertentwicklung zu optimieren.

Viele aktive Fondsmanager kleben stark am Index

In der Praxis sieht dies jedoch meistens anders aus. Aufgrund hausinterner Vorgaben des Risikomanagements sind viele aktive Fondsmanager eng an die Zusammenstellungen der Indizes gebunden. Einzelne Aktien oder Sektoren, zu denen sie eine negative Meinung haben, dürfen sie zum Teil nur untergewichten, aber nicht ganz aus ihren Portfolios ausschließen. Dies führt im Ergebnis dazu, dass viele aktive Manager zwar in der Lage sind, ihre Vergleichsmärkte in einzelnen Jahren zu übertreffen. Langfristig hinken sie ihren Referenzmärkten aber oftmals hinterher.

Ein weiterer belastender Faktor für aktive Fondsmanager sind die Transaktionskosten und andere Gebühren, die den Portfolios belastet werden. Die Manager müssen diese Kosten durch Portfolioumschichtungen zusätzlich verdienen, um bessere Ergebnisse als der Markt zu erzielen. Genau daran scheitern aber viele aktive Manager, da oftmals schon die
Verwaltungsvergütungen aktiver Fonds mehr als 1,5 Prozent pro Jahr betragen. Addiert man die zusätzlichen Kosten zu diesem Wert, liegt die Kostenbelastung bei aktiven Fonds schnell bei mehr als zwei Prozent. Die Manager müssen diese zusätzlich zur Rendite des Marktes erwirtschaften, bevor sie für den Investor das gleiche Ergebnis wie der Markt erzielt haben.