Fondsporträt Auf diese Aktien setzt der Allianz China A-Shares

Junge Frau in einem Laden mit Maotai, einem traditionellen chinesischen Getränk, das aus roter Hirse und Weizen gebrannt wird. | © Getty Images

Junge Frau in einem Laden mit Maotai, einem traditionellen chinesischen Getränk, das aus roter Hirse und Weizen gebrannt wird. Foto: Getty Images

Antony Wong managt den Allianz China A-Shares

„Gan Bei“ sagen Chinesen, wenn sie sich zuprosten. Das bedeutet frei übersetzt „leeres Glas“ und im Klartext „auf ex“. Der resolute Trinkspruch erstaunt wenig, trinken die Menschen im Reich der Mitte doch gern und viel Hochprozentiges.

Nicht zuletzt beim Essen gibt es Alkohol, egal ob mit Freunden oder Geschäftspartnern. Als Nationalgetränk gilt der meist aus einem Getreidemix gebrannte Baijiu, übersetzt der Klare, der weder im Provinzdorf noch beim Staatsbankett in Peking fehlen darf.

Zu den Top-Marken zählt der Baijiu Wuliangye mit einem Volumenanteil von 52 Prozent. Die Zahl hat der Aktienkurs des Herstellers Wuliangye noch mal locker überboten, um 66 Prozent ging es in den zurückliegenden zwölf Monaten nach oben. Und die Erfolgsstory könnte weitergehen: Gerade im September hat der Spirituosen-Anbieter eine in Düsseldorf beheimatete Europa-Tochter eröffnet.

Finanzdienstleister bevorzugt

Der Erfolg des Schnapsbrenners ist auch Anthony Wong nicht entgangen. Der Manager des Aktienfonds Allianz China A-Shares hat Wuliangye in seinem Portfolio auf Rang drei gehievt. Ansonsten bevorzugt Wong auf den Top-Positionen Finanzdienstleister wie Huatai Securities, aktuell sein größtes Investment mit 4,2 Prozent Fondsanteil.

„Die laufenden Finanzreformen in der Volksrepublik können dem führenden Aktien-Broker zusätzliches Geschäft bescheren“, nennt Wong einen der Pluspunkte von Huatai. Insgesamt entfällt auf Banken, Versicherungen und sonstige Firmentitel mehr als ein Viertel des verwalteten Vermögens.

Schwankender Anteilspreis

An Wongs Auswahl dürfte kaum ein Anleger etwas bemängeln: Um 16,5 Prozent kletterte der Anteilspreis verglichen mit dem Vorjahreszeitpunkt nach oben, nahezu doppelt so hoch wie der Vergleichsindex MSCI China A (Stand 9. Oktober 2017). Auf Sicht von drei Jahren können sich Anleger an einem Plus von 125,3 Prozent erfreuen.

Die starke Performance geht allerdings auch mit einem überdurchschnittlich schwankenden Anteilspreis einher. Bei einer Volatilität von 33 Prozent müssen Anleger ein häufiges Auf und Ab ertragen können. Zum Vergleich: Der von Christina Chung gemanagte Aktienfonds Allianz China investiert in Unternehmen mit im Schnitt dreimal so großem Börsenwert und weist die Risikokennziffer mit lediglich 20 Prozent aus. 

Universum macht Unterschied

Den Unterschied macht Wongs Anlageuniversum: Der Manager konzentriert sich auf Aktien von Unternehmen mit Sitz in China, die als sogenannte A-Shares an den Börsen in Schanghai oder Shenzhen notiert sind. Diese Titel waren früher chinesischen Bürgern vorbehalten und sind in geringerem Maß in ausländischen Händen als Aktien an Hongkongs Börse.

Sollte es zu einer Flucht ausländischen Kapitals kommen, besteht damit die Chance, dass sich diese Titel besser halten können. Indexanbieter MSCI hat im Juli beschlossen, ab 2018 Festlandaktien in seine Indizes aufzunehmen. Bis zu einem Fünftel des Vermögens kann Wong zudem in andere Aktien investieren, die ihren Sitz in China haben oder den überwiegenden Teil ihrer Erträge dort erzielen.