Fondsporträt Elite Plus UI Drei Zylinder, drei Partner und viele Köpfe

Volker Schilling, Vorstand der Investmentboutique Greiff Capital Management

Volker Schilling, Vorstand der Investmentboutique Greiff Capital Management

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Es gibt Fondsmanager, die sich einem bestimmten Anlagestil verschrieben haben und beispielsweise ausschließlich Substanzwerte im Visier haben. Davon hält Volker Schilling, Vorstand der Investmentboutique Greiff Capital Management, nicht viel: „Wir setzen mit dem Elite Plus UI bewusst auf verschiedene Stile“, sagt der Manager des 2007 aufgelegten Mischfonds, dessen Portfolio ausschließlich aus vermögensverwaltenden Fonds besteht.

Darüber hinaus strebt Schilling auch eine größtmögliche Streuung über Anlageklassen und Köpfe an: „Neben die Pioniere für vermögensverwaltende Fonds wie Edouard Carmignac mit dem Carmignac Patrimoine oder Luca Pesarini mit dem Ethna-Aktiv stellen wir noch relativ unbekannte Manager wie Ingmar Przewlocka, Manager des Skalis Evolution Flex.“

Nach einer Umstrukturierung des Fonds im Juli 2013 arbeitet Schilling nun mit dem Analysehaus MMD Multi Manager und der österreichischen Vermögensverwaltung Ariqon zusammen. Seither ist der Elite Plus UI nicht mehr defensiv, sondern ausgewogen ausgerichtet. Am Anfang des Auswahlprozesses steht die Vorauswahl geeigneter Zielfonds durch MMD: Das Analysehaus filtert aus seiner Datenbank mit mehr als 1.700 vermögensverwaltenden Fonds in einem mehrstufigen Prozess etwa 100 Zielfonds heraus, die grundsätzlich als Anlageuniversum infrage kommen. Zudem ordnet MMD diese Fonds jeweils den so genannten Zylindern „Ausgewogen“, „Defensiv“ und „Dynamisch“ zu, so dass für jedes dieser drei Risikoprofile etwa 20 bis 30 Fonds für das Portfolio zur Wahl stehen. Welche dieser Fonds im Elite Plus UI landen, entscheidet Schilling.

Bei der Gewichtung der drei Zylinder orientiert er sich an den Handelssignalen, die der zweite Partner Ariqon anhand eines quantitativen Marktphasen-Modells liefert. „Generiert das Modell beispielsweise das Handelssignal Null, enthält der defensive Zylinder zwölf Zielfonds, der ausgewogene Zylinder acht und der dynamische keinen. Beim Handelssignal 100 hingegen enthält letzterer zwölf Zielfonds und der defensive Zylinder bleibt leer“, beschreibt Schilling die Gewichtungen in besonders negativen oder positiven Marktphasen.

Die Bandbreite der Anlageklassen Aktien, Renten, Kasse und Rohstoffe ergibt sich aus der Zusammensetzung der drei Zylinder: „Bei den defensiven Zielfonds beträgt die Aktienquote beispielsweise Null bis 30 Prozent, hieraus leitet sich dementsprechend die Gewichtung der Asset-Klassen im Fonds ab“, so Schilling. Aktuell enthält der Elite Plus UI rund 53 Prozent Aktien, 31 Prozent Renten, 14 Prozent Liquidität. Mit jeweils knapp unter einem Prozent spielen Alpha-Strategien und Rohstoffe derzeit eine äußerst geringe Rolle.

Regional ist der Fonds derzeit vorwiegend in Europa (45 Prozent) und den USA (35 Prozent) investiert. „Fester Bestandteil des Portfolios sind Fonds wie der Nordea Stable Return und der Phaidros Funds Balanced. Neu im Portfolio ist hingegen der DJE Concept, den wir zu Beginn dieses Jahres als antizyklisches Investment hinzugenommen haben.“ Der von Jens Ehrhardt gemanagte Fonds lief 2014 nicht gut, Schilling hält ihn dennoch für einen der besten dynamischen Mischfonds am Markt: „Mittlerweile schneidet er innerhalb seiner Vergleichsgruppe sehr gut ab, der günstige Einstieg hat sich also gelohnt.“ Ansonsten blieb das Portfolio in den vergangenen zwölf Monaten relativ unverändert, da das Handelssignal nahezu durchgehend bei 100 lag.

Die Stärken des Anlagekonzepts sieht Schilling vor allem in Marktphasen mit schleichenden, aber nachhaltigen Veränderungen am Markt: „So bleibt genug Zeit, dem Fonds anhand der Marktphasen-Signale einen ausgewogenen, defensiven oder dynamischen Charakter zu verleihen.“ Eine schnelle, intensive Marktschwäche, gefolgt von einer rasanten Erholung, die einige Wochen zeitverzögert erfolgt, wäre hingegen eher ungünstig.

Mit dem dreizylindrigen Marktphasen-Modell erwirtschaftete Schilling in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 12,41 Prozent, damit lag der Elite Plus UI über dem Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe. Die Volatilität war mit 4,48 Prozent für einen ausgewogenen vermögensverwaltenden Fonds unterdurchschnittlich hoch und liegt innerhalb des Korridors von 4 bis 5 Prozent, den Schilling anstrebt.

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