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Fondsporträt Große Expertise für kleine Werte

Fondsporträt: Große Expertise für kleine Werte

Deutschland ist nicht nur bekannt für gutes Bier, Lederhosen und Autobahnen, sondern auch für die Vielzahl erfolgreicher Mittelstandsunternehmen. Der Unternehmensberater und Wirtschaftsprofessor Hermann Simon prägte in den 1990er Jahren den Begriff der „Hidden Champions“. Er bezeichnet damit Unternehmen, die in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind, in Nischenmärkten tätig sind, dabei jedoch auf den Weltmarkt ausgerichtet sind und in ihren jeweiligen Bereichen zu den dominierenden Anbietern zählen.
Außerdem sind flache Hierarchien kennzeichnend. Häufig befinden sich die Hidden Champions in Privatbesitz und sind nicht börsennotiert. Aber auch an der Börse gibt es diese Unternehmen, die höchst erfolgreich Nischenmärkte bedienen und vergleichsweise unbeobachtet sind. Von Analysten werden sie häufig vernachlässigt – mit Ausnahme von Hauck & Aufhäuser.

Seit Jahren belegt der H & A Aktien Small Cap EMU in seiner Vergleichsgruppe Spitzenplätze. Im Interview gibt der verantwortliche Portfoliomanager Nils Bartram einen Blick hinter die Kulissen.

Herr Bartram, im vergangenen Jahr 2017 haben Small Cap Aktien die großen Blue Chips deutlich outperformt. Was waren Ihrer Meinung nach die Gründe?

Die Niedrigzinspolitik der EZB, die gute Konjunktur und die sehr starken Bilanzen der Unternehmen schaffen ein investitionsfreundliches Umfeld. Hiervon profitieren Small Caps mit innovativen Produkten und neuartigen Produktionsverfahren besonders.

Wie sehen Sie die Perspektiven für dieses Segment in diesem Jahr und darüber hinaus?

Da sich die vorgenannten Bestimmungsfaktoren nicht negativ verändert haben, gehen wir weiter von einem Umfeld aus, in dem Small Caps prosperieren können. Mittelfristig ist natürlich das Zinsumfeld im Auge zu behalten. Sollte das bevorstehende Tapering der EZB bzw. der FED die Märkte negativ überraschen und die Liquidität am Markt nachhaltig negativ beeinflussen, werden sich Small Caps dieser Entwicklung nicht entziehen können.

Sie managen den H & A Aktien Small Cap EMU seit 2003. Auch im vergangenen Jahr haben Sie wieder ein ausgezeichnetes Ergebnis erreicht und damit eine deutliche Outperformance im Vergleich zum MSCI Europe Small Cap NR EUR Index erzielt. Was sind die Hintergründe? Welche Unternehmen waren die Performance-Treiber

Im vergangenen Jahr konnten wir erfreulicherweise den bereits seit 2014 anhaltenden Trend einer deutlich besseren Wertentwicklung des Fonds gegenüber der Benchmark fortschreiben. Konkret haben wir im Jahr 2017 eine absolute Performance in Höhe von 30,8 % erzielt und konnten damit unsere Benchmark um 8,3 % übertreffen. Zu der guten Wertentwicklung haben insbesondere Technologieunternehmen wie Aixtron, Jenoptik oder Wirecard beigetragen. Aber auch Unternehmen aus vermeintlich tradierten und langweiligen Branchen wie der Druckmaschinenindustrie (König & Bauer) oder Chemie (Wacker Chemie) konnten überproportional gut abschneiden.

Wie schaffen Sie es, in der Vielzahl von Unternehmen den Durchblick zu behalten und die richtigen Aktien auszuwählen?

Mir ist es wichtig, dass der gesamte Datenkranz eines Unternehmens stimmig ist. D. h. schnell wachsende, hochprofitable Unternehmen dürfen auch eine höhere Bewertung auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) haben. Unternehmen, die sich in einem gesättigten Marktumfeld mit starkem Konkurrenzdruck und entsprechend niedrigem Margenniveau befinden, billige ich kein hohes KGV zu. Bei der Identifizierung interessanter Unternehmen hilft ein quantitatives Modell, welches eine Vorselektion aus den a priori rund 1.500 in Frage kommenden Small Caps aus dem Euroraum ermöglicht. Die Endauswahl erfolgt dann mittels eines qualitativen Verfahrens, in dem u. a. Punkte wie die Bilanzqualität, das Management oder die Orientierung am Shareholder Value abgeklopft werden.   

Die Portfoliostruktur zeigt einen deutlichen Schwerpunkt in deutschen Unternehmen. Worin liegt diese Gewichtung begründet?

Ein gewisser Home Bias begleitet mich schon in meiner gesamten Karriere und wird dies aller Voraussicht nach auch zukünftig tun. Neben der besseren Research Coverage spielen aber auch handfeste makroökonomische Gründe eine Rolle. Vor der Wiedervereinigung und der Einführung des Euros war der westdeutsche Binnenmarkt volumenmäßig eher klein. Die Unternehmen waren deshalb sehr schnell gezwungen, in Auslandsmärkte zu expandieren. Dieses Geschäftsmodell scheint seitdem geradezu in die Gene deutscher Unternehmen übergegangen zu sein. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell deutsche Small und Mid Caps Tochtergesellschaften im Ausland gründen und so oftmals ihrer Konkurrenz in puncto Marktdurchdringung eine Nasenlänge voraus sind.

Sie agieren benchmarkunabhängig. Welche Themen/Sektoren haben Sie im Fokus und was sind die Gründe hierfür?

Bereits seit einigen Jahren ist unser Fokus auf Technologieunternehmen gerichtet. Die unter Schlagwörtern wie „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ subsummierten Trends und Strukturbrüche sind so groß, dass es sich kein Staat und Unternehmen leisten kann, hier nicht zu investieren. Befeuert wird diese Entwicklung durch das Niedrigzinsumfeld. Die Substitution von Arbeit durch Kapital ist vergleichsweise preiswert. Interessant ist dabei zu beobachten, dass in Ländern mit einer Vorreiterrolle wie Deutschland der Technologiewandel nicht mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit einhergeht. Genau das Gegenteil ist vielmehr der Fall. 

Small Caps werden oft mit höheren Risiken in Verbindung gebracht. Müssen Sie deshalb besonders wachsam sein und schnell reagieren?

Wenn bei der Aktienauswahl gut gearbeitet wurde und es gelungen ist, den fairen Wert eines Unternehmen einzuschätzen, muss nicht schnell reagiert werden. Volatilität ist dann vielmehr eine Chance: Wenn z. B. der Kurs einer Aktie ohne fundmentalen Grund deutlich unter den fairen Wert gesunken ist, sehen wir dies als Kaufgelegenheit. Schnell reagieren muss man, wenn z. B. Bilanzbetrug oder Insolvenzgefahr im Spiel ist. Doch genau diese Gefahren versuchen wir im Rahmen unseres zweistufigen Investmentprozesses zu vermeiden.  

Wie verhalten Sie sich, wenn ein Unternehmen eine zu große Marktkapitalisierung erreicht?

Voraussetzung für die Aufnahme eines Titels in unseren Fonds ist, dass die Marktkapitalisierung unterhalb von 10 Mrd. Euro liegt. Sollte diese Marke aufgrund von Kursgewinnen überschritten werden, ist dies nicht zwingend mit einem Verkauf verbunden. Die Kursgewinne belegen ja die Richtigkeit unserer Analyse und unseres Investments. Von daher belassen wir diese Aktien im Fonds, tätigen jedoch keine neuen Käufe. Ein schönes Beispiel ist die auch im Fonds enthaltene Commerzbank. Als wir die Aktie aufgrund der Unterbewertung ihres großen deutschen Privatkundenanteils gekauft haben, lag die Marktkapitalisierung deutlich unter 10 Mrd. Euro. Inzwischen hat der Markt aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen und der Übernahmespekulationen einen Neubewertungsprozess eingeleitet, der unseres Erachtens noch nicht abgeschlossen ist.

Wie sollten langfristig orientierte Anleger Small Caps in ihren Portfolien gewichten?

Das Gewicht von Small Caps sollte sich an der individuellen Risikotragfähigkeit orientieren. Für Langfristanleger sehe ich es als das größte Risiko an, keine Small Caps in ihren Portfolios zu haben.

Haben Sie eine „Lieblingsaktie“?

Eine explizite Lieblingsaktie habe ich nicht. Ich freue mich immer, wenn es kleine Unternehmen durch innovative Produkte und Dienstleistungen schaffen, einen Markt für sich zu erobern, zu wachsen, Arbeitsplätze zu schaffen und so zum Wohle der Gemeinschaft beizutragen.

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