Fondsporträt New Perspective Fund Mit Weitsicht durch die Veränderungen der Welt

Ken Miyauchi (links), CEO von Japans Softwareschmiede Softbank, scherzt mit Comedian Tsukasa Saito: Softbank wurde lange von vielen Investoren unterschätzt  | © Getty Images

Ken Miyauchi (links), CEO von Japans Softwareschmiede Softbank, scherzt mit Comedian Tsukasa Saito: Softbank wurde lange von vielen Investoren unterschätzt Foto: Getty Images

Wer sich über Jahre mit Investmentfonds beschäftigt, sieht irgendwann unweigerlich Redundanzen: Ob Bottom up oder Top down, letztlich betonen viele Fondsmanager in ihrer Strategie das aktive Stockpicking. Gesucht wird nach den seltenen Edelsteinen, den glänzenden Perlen, die darauf warten, von kundigen Explorateuren ans Tageslicht gebracht zu werden. Unterbewertet sollten sie sein, aber mit viel Potenzial beeindrucken, Dividenden zahlen und mit Kursgewinnen winken – oder doch die berechtigte Hoffnung der Investoren nähren, dass dies bald der Fall sein könnte.

Das Gelingen dieses Anspruchs erfordert vor allem Expertise und Erfahrung. Viele Hoffnungsträger haben sich später als Luftnummern entpuppt. und mancher Star von gestern als Versager von heute. Daher lohnt es sich, jene Ansätze genauer zu analysieren, die sich in Jahrzehnten bewährt haben. Zu diesen zählt die New-Perspective-Strategie der Capital Group. In den USA profitieren Anleger seit 45 Jahren von den guten Ergebnissen, die deren Portfoliomanager erzielen. Auch die europäische Variante (LU1295554833), die im Oktober 2015 aufgelegt wurde und von demselben, internationalen Team gemanagt wird, hat schon seither einen Kurszuwachs von mehr als  22 Prozent erzielt. Der Wert liegt liegt damit deutlich über den Ergebnissen der vergleichbaren Anlagekategorie „Aktien international“.

Erfolgsfaktoren Welthandel…

Ein Erfolgsfaktor im Assetmanagement besteht darin, sich frühzeitig auf veränderte Situationen einzustellen. Aktuell stellt sich die Frage: Wie werden Welthandel und Weltwirtschaft in den nächsten Jahren aussehen, und was bedeutet das für Investoren? Seit die US-Administration die Handelsvereinbarungen mit wichtigen Partnern neu verhandeln will, hält das Thema die Anleger in Atem. Insbesondere zu China streben die USA völlig neue Handelsbeziehungen an. Chinas wirtschaftliche Macht wächst, und die weltpolitischen Ambitionen werden immer klarer. Mehr und mehr wird es in Washington zum Konsens, dass beim Außenhandel wie bei weltpolitischen Themen eine härtere Gangart angemessen sei. Auch die britische Regierung strebt ein neues Zoll- und Handelsregime an. Die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Kontinentaleuropa sollen erhalten bleiben, auch wenn sich das Land außerhalb der Europäischen Union neu definieren will.

In vielerlei Hinsicht hat sich der Welthandel in den letzten beiden Jahrzehnten bereits grundlegend geändert. Im 20. Jahrhundert war der Handel mit Gütern und Industrierohstoffen enorm gestiegen. Im 21. Jahrhundert stehen die rasche Digitalisierung von Dienstleistungen und die wachsende Automatisierung der Industrie im Vordergrund. Dieser technische Fortschritt ist für die Zukunft internationaler Unternehmen mindestens ebenso wichtig wie politische Verhandlungen.

Wesentlichen Anteil daran haben auch Chinas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht und der große Einfluss des Landes auf die Weltkonjunktur. Die USA und China sind wirtschaftlich und finanziell eng miteinander verwoben, und das in vielfältiger Weise. Das dürfte am Ende zu Handelsverträgen führen, von denen alle Beteiligten profitieren.

Nicht selten werden Außenhandelsverhandlungen von einer harschen Rhetorik begleitet, da jeder für sich das Beste herausholen will. In den nächsten Monaten und Jahren wird es kaum anders sein. So unberechenbar die Verhandlungen oft sein mögen, so unwahrscheinlich ist es, dass sich eine Seite in vollem Umfang durchsetzt. Die Aufgabe des Fondsmanagements besteht darin, die vielen möglichen Szenarien zu betrachten und entsprechend zu investieren.