Fondsporträt So manangt Frank Lipowski den FvS Bond Opportunities

Frank Lipowski managt für Flossbach von Storch den Renten-fonds FvS Bond Opportunities

Frank Lipowski managt für Flossbach von Storch den Renten-fonds FvS Bond Opportunities

Ein Anleihefonds aus dem Hause der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch (FvS) – das sind zwei Dinge, die ungefähr so gut zusammenpassen wollen wie die Zentralbank und eine straffe Geldpolitik. Verkaufsschlager von FvS ist seit Jahren der Multiple Opportunities, ein flotter Mischfonds mit Aktien und Gold und nur einem geringen Anteil Anleihen. Die Kölner sind für ihren Mut zur Meinung bekannt. Und als Freunde der Aktie und des Goldes. Schulden eher nicht so.

Trotzdem haben sie mit dem FvS Bond Opportunities einen ebensolchen Fonds am Start. Mit dem folgen sie aber – wie mit allen anderen Investmentfonds auch – ihren Prinzipien, was ihn einerseits besonders und andererseits erfolgreich macht. Zu Beginn des Portfolioaufbaus steht kein abzupausender Marktindex. „Es ist wichtig, möglichst frei investieren zu können, sich also nicht sklavisch an einen Referenzindex halten und messen zu müssen“, sagt Fondsmanager Frank Lipowski. Als Symbol nennt er ein weißes Blatt Papier, das den Anfang markiert.

Dann geht es weiter: Top-down-Kriterien bestimmen, in welchen Ländern und Währungsräumen man derzeit überhaupt Geld verborgen sollte. Knackpunkte sind die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Am besten sieht es aktuell in den nordeuropäischen Ländern sowie Hongkong, Neuseeland, Singapur und der Schweiz aus.

Bei den einzelnen Positionen geht es darum, Unternehmen und Staaten auf Schuldentauglichkeit zu prüfen. Zentrale Kennzahl ist das Verhältnis des freien Cash-flows zu den Nettoschulden. Der Cash-flow ist der Jahresüberschuss nach Abzug von Zinsen, Abschreibungen und einigen Sonderfaktoren. Kurz: Er ist das, worüber das Unternehmen frei verfügen kann. Zum Beispiel, um Schulden zurückzuzahlen. Bei den meisten Staaten ist das natürlich pure Utopie, weshalb Staatsanleihen im Fonds auch nicht vorkommen.

Stattdessen finden sich Unternehmensanleihen im Portfolio, die entweder ein offizielles Mindest-Rating von B- oder B3 haben oder ein vergleichbares hauseigenes Rating. Seit September 2013 sind Anleihen mit Investment-Qualität und Hoch-zinsanleihen gleichermaßen zugelassen, Fremdwährungsrisiken dürfen nicht mehr als 15 Prozent des Portfolios ausmachen.

 

Neben diesen leichten Leitlinien ist es eine ebenso leichte Hand, mit der der Manager kurzfristig auf die Märkte reagiert. So nutzte Lipowski den Kursrutsch Anfang 2016, um Papiere günstig einzukaufen. Nur wenige Monate darauf verkaufte er mit Gewinn und baute Kasse auf. Ende Oktober lag die Cashquote bei beachtlichen 17 Prozent. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen im Portfolio von fast 15 Jahren und die Duration von 6,3 Jahren spiegeln wiederum deutlich die hausinterne Meinung zur Zinslage wider. „Eine Zinswende, die diesen Namen auch verdient, wird es unseres Erachtens nicht geben“, sagt Lipowski. Wer solche starken Meinungen in seinem Portfolio gut findet, der ist hier richtig. Wem das zu extrem ist, der ist hier falsch.

FvS Bond Opportunities

➤ Einsteigen: Wenn man flott und flexibel gemanagte Anleihen ins Depot holen will

➤ Umsteigen: Aus Bundesanleihen – ist ja klar – und zu starr und indexbezogen gemanagten Fonds

➤ Besonderheit: Spiegelt die hauseigene Meinung über die Märkte wider, ohne Wenn und Aber