Franklin Diversifed Fonds Nicht aus der Spur bringen lassen

Matthias Hoppe, Fondsmanager der Franklin Diversified Fonds

Matthias Hoppe, Fondsmanager der Franklin Diversified Fonds

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Seit Jahresbeginn ist Matthias Hoppe sehr vorsichtig. „Wir erwarten ein Marktszenario mit niedrigem Wirtschaftswachstum und niedriger Inflation“, erklärt der Fondsmanager der Franklin Diversified Fonds. Das Multi-Asset-Fondstrio hat er entsprechend defensiv positioniert: Seit Ende Januar ist nach langer Zeit sogar wieder Gold in den Portfolios enthalten. „Die Position ist bislang sehr gut gelaufen“, sagt Hoppe zufrieden.

Auch das Brexit-Referendum hat er bestens überstanden. Im Vorfeld hatte er die Alarmstufe in den Portfolios erhöht, einige Aktienpositionen abgesichert und die Duration der US-Anleihen hochgefahren. „Hätten die Briten mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt, hätten wir an einer potenziellen Kursrally nicht voll partizipiert. Die Absicherung nach unten war uns allerdings deutlich wichtiger“, so Hoppe.

Dieses Motto gilt nicht nur beim Brexit, sondern grundsätzlich. Verlustminimierung ist ein wichtiger Bestandteil von Hoppes Anlageansatz und hilft ihm, seine Renditeziele zu erreichen. Die Franklin Diversified Fonds gibt es in drei Risikoprofilen. Allerdings hat Hoppe nicht wie viele andere Mischfondsmanager feste Bandbreiten für die Allokation einzelner Asset-Klassen. Er arbeitet vielmehr ergebnisorientiert und verfolgt klare Ziele – bei der Rendite und der Volatilität.

Für jedes Anlegerprofil der richtige Fonds

Der risikoärmste Fonds ist der Franklin Diversified Conservative. Er soll bezogen auf rollierende Drei-Jahres-Zeiträume eine Rendite in Höhe des Drei-Monats-Euribors plus 2 Prozent erzielen und dabei eine Volatilitätsspanne von 3 bis 5 Prozent pro Jahr einhalten.

Die Balanced-Variante strebt über denselben Zeitraum eine Rendite von Euribor plus 3,5 Prozent bei einer Volatilität von 5 bis 8 Prozent an.

Mit dem chancenreichsten Fonds, dem Franklin Diversified Dynamic, will Hoppe innerhalb von drei Jahren 5 Prozent plus über dem Euribor erzielen – bei einer Volatilität von 8 bis 11 Prozent.

Der Fondsmanager hat diese Renditeziele – die keine Garantien darstellen – über die vergangenen 36 Monate erreicht: Er lässt sich somit über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum an seinen Ergebnissen messen. Dieser relativ kurzfristige Anlagehorizont entspricht auch den Erwartungen der Anleger.

Staatsanleihen aus Australien und Neuseeland sind noch bonitätsstark

Hoppe kann das Fondsvermögen über viele Asset-Klassen streuen. Neben Aktien und Anleihen stehen beispielsweise auch Rohstoffe und Währungen auf seiner Liste. Bei der Konstruktion des Portfolios spielen die Asset-Klassen allerdings nicht die Hauptrolle. Hier achtet Hoppe vor allem auf die Risikofaktoren, die die einzelnen Positionen beeinflussen, und vermeidet eine zu starke Konzentration einzelner Risiken.

Seine Anlageideen teilt der Fondsmanager in vier große Kategorien ein. Unter Wachstumsstrategien sind die Ansätze zusammengefasst, die langfristig vom Wachstum profitieren. Dazu zählen etwa Aktien, aber auch Unternehmens- oder Schwellenländeranleihen. „Wir differenzieren im Anleihebereich und schauen, was eher vom Wachstum abhängig ist und was dem Schutz des Portfolios dient“, so Hoppe.

Anlagen, die vor Verlusten schützen sollen, bezeichnet er als defensive Strategien. Darunter fallen etwa bonitätsstarke Staatsanleihen, aber auch Gold. Zurzeit mag Hoppe Staatsanleihen aus Australien und Neuseeland: „Diese haben noch eine relativ hohe Rendite, die weiter fallen dürfte. Die australische Wirtschaft ist abhängig von China, und die Zentralbank dürfte zur Konjunkturbelebung die Zinsen senken“, so Hoppe. Im Gegensatz zu Euro-Staatsanleihen haben die Papiere noch die klassischen Anleihecharakteristika. „Sie sind negativ zu Aktien korreliert und haben damit einen positiven Effekt auf unser Gesamtrisiko“, sagt der Fondsmanager.

„Wir rechnen im Jahresverlauf mit steigender Volatilität“

Während Wachstums- und defensive Strategien grundsätzlich eher negativ korrelieren, entwickelt sich die dritte Gruppe, die Stabilitätsstrategien, weitgehend unabhängig von den anderen beiden Gruppen. Hierzu zählen alternative Anlagen wie Long-Short-Aktien- oder spezielle Rohstoffstrategien.

Die drei Kategorien bilden das Kernportfolio. Hinzu kommen chancenorientierte Anlagen. Dies sind Investments, die kurzfristig Erträge versprechen, etwa durch Fehlbewertungen am Markt. Zum Beispiel hat Hoppe nach den schweren Kurseinbrüchen zu Jahresanfang opportunistisch in die Emerging Markets investiert: „Eigentlich betrachten wir Schwellenländer eher kritisch. Dennoch fanden wir, dass der Markt beim Abverkauf übertrieben hatte und der Einstieg sehr günstig war. Ende März haben wir die Positionen wieder abgebaut.“

Bei der Umsetzung seiner Anlageideen setzt Hoppe im Staatsanleihebereich auf Einzeltitel, ansonsten bevorzugt er passive ETFs oder aktiv gemanagte Fonds aus dem eigenen Hause. „Wir investieren in spezielle Tranchen ohne Kosten“, erklärt der Fondsmanager.

Hoppe rechnet im Jahresverlauf mit steigender Volatilität. Im sicherheitsorientierten Franklin Diversified Conservative Fund stecken daher zurzeit rund 67 Prozent des Fondsvermögens in defensiven Strategien. Nur knapp 21 Prozent sind in Wachstumsstrategien investiert. Darunter bilden Euro-Unternehmensanleihen den höchsten Anteil.