Garantiesysteme von Versicherungen im Vergleich

Schutz der etwas anderen Art:<br>Die Terrakotta-Krieger bewachen das Grab<br>des ersten chinesischen Kaisers Qín Shihuangdi.<br>Foto: Fotolia

Schutz der etwas anderen Art:
Die Terrakotta-Krieger bewachen das Grab
des ersten chinesischen Kaisers Qín Shihuangdi.
Foto: Fotolia

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Die Deutschen sind krank. Zumindest glauben das die englischsprachigen Völker dieser Welt. Der Hang der Bundesbürger zu herunterhängenden Mundwinkeln ist so legendär, dass es einen Ausdruck dafür gibt: German Disease (Deutsche Krankheit) oder German Angst.

Gerade ist der berühmte Pessimismus wieder besonders groß. Laut einer Studie des Versicherers R+V machen sich die Deutschen vor allem Sorgen ums Geld: Steigende Lebenshaltungskosten sehen sie als Hauptbedrohung an, der sinkende Lebensstandard im Alter schafft es auf Platz 10 der größten Ängste für 2010.

2030 wird die Angst vor Altersarmut und sinkender Rente noch weitaus höher auf der Sorgenagenda stehen, wenn man den aktuell Befragten glaubt – zu Recht. Denn dann werden die Bundesbürger wohl weniger als 46 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens als Rente vom Staat bekommen – viel zu wenig, um im Alter geldsorgenfrei zu leben.

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Der Deutsche muss selbst ran. Geld abzwacken, anlegen, Rente sichern – aber bitte ohne schlaflose Nächte. Reine Aktien(fonds)-Investments sind den meisten zu gewagt, eine Garantie muss her. Eine wahre Goldgrube für Versicherer, die von jeher stark mit Sicherheit in Verbindung gebracht werden. Die Branche hat, grob eingeteilt, fünf verschiedene Garantievarianten im Angebot. Hier geht's zur schnellen Übersicht.

Die klassische Rentenversicherung

Vollkaskogeschützt fahren Anleger mit der klassischen Rentenversicherung. Garantiert ist eine Mindestrente. Grundlage hierfür ist der Garantiezins. Dieser vom Bundesfinanzministerium vorgegebene Satz ist die maximale Verzinsung, die ein Versicherer neuen Kunden garantieren darf. Er kann theoretisch auch weniger zusagen, das macht in der Branche aber kaum einer.

Der Zinssatz orientiert sich an der Umlaufrendite zehnjähriger Bundesanleihen und sinkt seit Jahren kontinuierlich. Von 4 Prozent Anfang der 90er Jahre auf nur noch 2,25 Prozent seit 2007. 2012 könnte er weiter sinken, heißt es in der Branche, auf 1,75 Prozent.

Um diesen Zins jedes Jahr aufs Neue zu erwirtschaften, legt der Versicherer den Kundenbeitrag nach Kosten in seinem Sicherungsvermögen an. Dabei hat der Gesetzgeber Grenzen für die Anlage in riskantere Papiere festgelegt: Maximal 35 Prozent dürfen in Aktien oder Aktienfonds fließen.

Hauptanteil am Sicherungsvermögen haben festverzinsliche Wertpapiere. Trotz Niedrigzinsniveau erwirtschaften die Gesellschaften in aller Regel Überschüsse, die sie an ihre Kunden weitergeben.

Alles in allem bringen klassische Rentenversicherungen derzeit rund 4 Prozent Rendite, Wertverluste sind nahezu ausgeschlossen. Ein solides Produkt also für Kunden, die kein Geld verlieren dürfen und nicht mehr allzu weit vom Ruhestand entfernt sind.