GDV-Vertriebswegestatistik Warum im Versicherungsvertrieb persönliche Beratung dominiert

Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Die weitaus meisten Kunden vertrauen beim Abschluss ihrer Versicherungen auf den Rat eines Vertreters oder Maklers. In der Lebensversicherung sowie der Schaden- und Unfallversicherung entfallen etwa drei Viertel des Neugeschäfts auf Einfirmenvermittler, Makler und Mehrfachvertreter, in der Krankenversicherung sind es sogar über 85 Prozent.

Berücksichtigt ist dabei nicht der Versicherungsvertrieb über Banken oder Sparkassen, die auch als Einfirmen- oder Mehrfachvertreter tätig sind. Relevant ist dieser Vertriebsweg insbesondere in der Lebensversicherung: Gemessen an der Beitragssumme wird rund ein Fünftel des Neugeschäfts über Kreditinstitute abgeschlossen.

Online- und Direktvertrieb legt zu

Das Internet hat 2015 als Vertriebskanal weiter an Bedeutung gewonnen, allerdings nicht in allen Versicherungssparten. Der Anteil der Direktvertriebe, zu denen auch Online-Vergleichsportale zählen, ist in der Schaden- und Unfallversicherung von 12 Prozent auf 13,5 Prozent gestiegen, in der Krankenversicherung von 5,2 Prozent auf 6,1 Prozent.

Grafik: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

In der Lebensversicherung ist der Anteil des Direktvertriebs dagegen leicht von 3,3 Prozent auf 3,0 Prozent gesunken. Denn: „Auch im digitalen Zeitalter legen die Menschen in wirklich wichtigen Fragen großen Wert auf persönliche Ansprache und Betreuung“, kommentiert Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Geschäftsführung.