GDV zum Niedrigzinsniveau: „Für Alarmismus besteht kein Grund“

Macht das Geldanlegen für Versicherer schwer: EZB-Präsident Mario Draghi. Foto: Getty Images

Macht das Geldanlegen für Versicherer schwer: EZB-Präsident Mario Draghi. Foto: Getty Images

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Gestern machten Medienberichte die Runde, dass das Bundesfinanzministerium den Versicherungen beim Garantiezins entgegen kommen möchte, um eine Schieflage angeschlagener Unternehmen zu verhindern (DAS INVESTMENT.com berichtete). Dazu hat sich der GDV nun wie folgt geäußert.

Die Stellungnahme des GDV

Die anhaltenden Niedrigzinsen sind für Lebensversicherer eine große Herausforderung – für Alarmismus besteht aber kein Grund. Zu den Medienberichten zur Lebensversicherung stellt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fest:

• Wir können nicht bestätigen, dass einzelne Versicherungsunternehmen erwägen, bei der Finanzaufsicht Bafin die zeitweise Aussetzung der garantierten Zinszahlungen an ihre Kunden zu beantragen. Die Meldung, dass immer mehr Lebensversicherer den Garantiezins nicht mehr in voller Höhe zahlen können, ist falsch.

• Es gibt keine Strategie von Lebensversicherern, Kunden zu einem Wechsel von älteren Verträgen mit höherer Verzinsung in niedriger verzinste Verträge zu bewegen.

• Erst vor einem Monat hatte die Ratingagentur Fitch bestätigt, dass die deutschen Versicherungsunternehmen auf die Herausforderungen der anhaltenden Niedrigzinsen gut vorbereitet sind. Der Ratingausblick für die Versicherungswirtschaft wurde daraufhin als „stabil“ bewertet. Auch die staatliche Aufsichtsbehörde Bafin hatte erst vor kurzem bestätigt, dass die Lebensversicherer ihre Verpflichtungen auch in einer extremen Niedrigzinslage noch „etliche Jahre“ erfüllen können. Auf der kommenden Seite geht es um Stresstests und die Zinspolitik der EZB.