Gebühren-Schreck: Fünf Fragen an Kanam Grund

Michael Birnbaum ist Sprecher der Immobilien-Investmentgesellschaft Kanam Grund

Michael Birnbaum ist Sprecher der Immobilien-Investmentgesellschaft Kanam Grund

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Die Reaktionen auf die Erhöhung der Verwaltungsvergütung auf 1,2 Prozent im Jahr sind geharnischt. Björn Drescher wirft Kanam Grund in einem Gastbeitrag Geschmäckle vor: Es sei verwerflich, die Gebühren zu erhöhen, ohne dass sich die ohnehin verlustbedrohten Anleger wehren könnten. Der Pressesprecher von Kanam Grund, Michael Birnbaum, verteidigt gegenüber DAS INVESTMENT.com sowohl die Gebührenanhebung als auch die Abwicklung des Immobilienfonds Kanam Grundinvest (WKN: 679180).

DAS INVESTMENT.com: Warum erhöht Kanam ausgerechnet jetzt die Gebühren?

Michael Birnbaum: Wir haben lange gerechnet, kamen aber immer zum gleichen Ergebnis: Mit den einstigen Gebühren hätten wir die Verwaltungskosten bis zum Ende der Abwicklung 2016 nicht decken können. Schließlich sinken die Einnahmen ja durch das schwindende Fondsvolumen.

Aus diesem Grund entschieden wir uns, die Gebühren gleich am Anfang zu erhöhen. So müssen wir die Preise später nicht übermäßig anheben. Die Verwaltungsgebühren können wir nur einmal im Jahr erhöhen – am Anfang des Geschäftsjahres – also jetzt.

Mit den momentanen Gebühren liegen wir knapp über dem Klassenprimus und 20 Prozent unter unserem erlaubten Maximalwert. Der Preis ist meiner Meinung nach gerechtfertigt. Wir gehen davon aus, damit die nächsten viereinhalb Jahre durchzukommen.

DAS INVESTMENT.com: Es wird also keine weitere Gebührenanhebung geben?

Birnbaum: Das hoffen wir. Unsere Agenda 2016 sieht vor, mit den jetzt veranschlagten Mitteln über die Runden zu kommen. Allerdings hängt das auch von den Rahmenbedingungen ab, zum Beispiel neuen Gesetzen. Wenn Kanam ein neues Produkt auflegt, könnten wir die Kosten ein wenig ausgleichen und so den Kanam Grundinvest sogar entlasten.

DAS INVESTMENT.com: Was kostet auf einmal so viel Geld?

Birnbaum: Der Vertrieb hat seit Beginn der Abwicklung vor zwei Jahren erhöhten Aufwand. Deshalb bekommt auch er etwas mehr Vergütung. Allerdings sparen wir schon, wo wir können. Wir haben uns bereits von 20 Prozent unserer Mitarbeiter getrennt. Aber mehr können wir nicht sparen, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.