Gefahr fürs Vermögen Was eine Asset Protection leistet

Rechtsanwalt Christian Hirschbiel ist seit vielen Jahren auf den Bereich Asset Protection spezialisiert.

Rechtsanwalt Christian Hirschbiel ist seit vielen Jahren auf den Bereich Asset Protection spezialisiert.

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Was, wenn Sie oder Ihr Kunde plötzlich keinen Zugriff mehr auf das eigene Bankkonto hätten? Wie lange würde es dauern, bis sich das negativ auf Ihr Leben auswirken würde? Der Geldautomat rückt nichts mehr raus, an der Supermarktkasse wird die Transaktion abgelehnt. In Ihrem Traumhaus wohnt jetzt ein anderer, weil der Kaufpreis zum Stichtag nicht überwiesen wurde. Oder Ihr Vermieter wird nach Wochen ob der ausstehenden Miete ungemütlich. Kann Ihnen nicht passieren? Wie steht es mit Nachbarn oder Kunden?

Wie ist der Deutsche durchschnittlich aufgestellt? Die deutsche Staatsbürgerschaft ist seine einzige. Sein Arbeitgeber ist Deutscher, seine Arbeitsstätte in Deutschland. Das Bankkonto: ebenfalls in Deutschland – und, sofern vorhanden, das Schließfach. Seine Immobilie befindet sich auf deutschem Boden, die E-Mail-Adresse endet auf .de, die E-Mails werden über einen deutschen E-Mail-Provider zugestellt … Sie können erahnen, worauf das hinausläuft.

In einem Wertpapierportfolio würde man von einem regionalen Klumpenrisiko sprechen. Und nichts anderes ist es auch bei der Gesamtbetrachtung der Assets. Für ein Portfolio würde ein Anlageberater vermutlich eine weltweite Diversifikation empfehlen. Ähnlich sollten Sie auch an die Streuung der eigenen Assets und die Ihrer Kunden herangehen. Denn falls in einem Vermögensbereich einmal etwas nicht ganz nach Plan läuft, sind die anderen Assets besser vor negativen Ausstrahlungen geschützt.

Auslöser könnte beispielsweise eine erneute Finanzkrise sein. Plötzlich kommen in Griechenland nur noch 30 Euro aus dem Geldautomaten. Oder der Zentralbankchef Zyperns verbietet eines Morgens „vorläufig und bis auf Weiteres“ sämtliche Transaktionen innerhalb und außerhalb Zyperns. Vom Aspekt der sich anschließenden Zwangsabgabe für Kontoinhaber ganz zu schweigen.

Für die USA malt so mancher das Drohbild eines Terroranschlags mit ähnlichen Folgen. Doch sind solche drastischen Ereignisse überhaupt notwendig? In Australien kam es in den vergangenen Jahren mehrfach zum Zusammenbruch von IT-Systemen verschiedener Banken. Am stärksten waren die Ausfälle über mehrere Wochen im November und Dezember 2010. Mit den eingangs beschriebenen Folgen für Millionen Kunden. Und der Auslöser? Ein Fehler in einem über Nacht aufgespielten Computer-Patch. Ein simpler Software-Bug.

Wäre es nicht besser, Sie und Ihre Kunden hätten in einem anderen Land noch ein Konto bei einer Bank, mit deren Karte man Supermarkt-Einkäufe, Miete und gegebenenfalls das Gehalt der Mitarbeiter bezahlen könnte? Es gibt verschiedene Finanzplätze auf der Welt, die noch nie eine Bankeninsolvenz erlebt haben, wie beispielsweise Singapur. Oder in denen das Eigenkapital der Banken deutlich oberhalb von 20 oder sogar 30 Prozent liegt. Der Aufwand, sich so ein Konto zuzulegen, ist meist gering.

Es gibt genügend Beispiele, in denen ein persönliches Erscheinen zur Kontoeröffnung nicht notwendig ist. Selbst die Unterschriftsbeglaubigung kann eine deutsche Partnerbank vornehmen. Und falls sich nie eines der Gefahrenszenarien realisieren sollte, stehen Sie auch nicht schlechter da als vorher. Vielleicht haben Sie sogar noch von höheren, im Ausland kapitalertragsteuerfreien Zinsen profitiert. Und das dank eines Ihrer ersten und günstigsten Schritte auf dem Weg zur Asset Protection.

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