Gegen die Bargeld-Abschaffung Notenbanken schaffen sich ab

Eine Bargeld-Abschaffung würde zum

Eine Bargeld-Abschaffung würde zum "Sozialismus für Reiche" führen, meint Jim Rogers (Bild). Foto: Getty Images

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Sparbuch sowie Fest- und Tagesgeldkonten bringen kaum Erträge mehr. Und es wird wohl noch schlimmer kommen - Negativzinsen auch für Privatanleger mit einem überschaubaren Vermögen scheinen nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Was also tun? Während die besser betuchten auf Immobilien, Aktien und Gold ausweichen können, scheint für weniger vermögende Menschen das Bargeld eine Alternative zu sein.

Die Ökonomen laufen Sturm. Nur wenn die Negativzinsen auch auf Konsumenten und Investoren durchgreifen, könnten die Notenbanken ihre Aufgaben erfüllen, zitiert Börsen-Zeitung-Redakteur Stephan Lorz Argumente von renommierten Geldpolitik-Experten wie Kenneth Rogoff, Larry Summers und Peter Bofinger auf. Denn nur wenn Konsumenten zum Geldausgeben gezwungen werden, würde die Konjunktur anspringen und damit die Teuerung wieder in die Nähe der Preisstabilität gehievt.

„Die Notenbanken sollten einfach zugeben, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind“

Nach dem Negativzins der Notenbanken könnte also als nächster Schritt die Bargeld-Abschaffung folgen. Dänemark hat da bereits den ersten Schritt gemacht, andere Länder dürften über kurz oder lang nachziehen. Keine gute Idee, meint Lorz. „Statt sich zu bemühen, mit immer neuen „innovativen Tools“ das Mandat weiter auszudehnen, sollten die Notenbanken einfach zugeben, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind und nun andere Instanzen wie die Politik am Zuge sind“, schreibt er. 

Jim Rogers: „Sozialismus für Reiche“ 

Doch die Notenbanken tun nach Lorz‘ Ansicht genau das Gegenteil: Sie weiten ihre Machtbefugnisse noch weiter aus. Das könnte katastrophale Folgen haben: Für Anleger, für die Finanzmärkte aber auch für die Regulierer selbst. Denn ein Bargeld-Verbot würde die Kluft zwischen Wohlhabenden, die sich Ausweichinvestments wie Immobilien leisten können, und Normalverdienern, die viel stärker auf Zinserträge angewiesen sind, erhöhen. Das würde zu einem „Sozialismus für Reiche“ führen, zitiert Lorz die Investmentlegende Jim Rogers.