Geld, Öl & Maggi: Drei Aktien aus dem Templeton Frontier Markets Fonds

Coarlos von Hardenberg, Manager des Templeton Frontier Markets Fonds

Coarlos von Hardenberg, Manager des Templeton Frontier Markets Fonds

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„Ein großer Vorteil der Frontier-Märkte ist, dass bisher nur sehr wenige Ausländer dort investieren“, glaubt Carlos von Hardenberg. Frontier-Märkte sind eine Untergruppe der Schwellenländer. Zu ihnen zählen die kleineren und zum Teil noch im früheren Entwicklungsstadium befindlichen Staaten, die jedoch bereits über eine funktionierende Börse verfügen (Interview mit Carlos von Hardenberg: „Wie Asien in den 70er Jahren“). 

Sie gelten als noch riskanter als die größeren Emerging Markets. „Das ist zwar teils richtig, Die Zurückhaltung der Investoren führt aber zu sehr niedrigen Bewertungen – und hierbei wird selten zwischen hochqualitativen Firmen und den weniger gut geführten unterschieden.“ Mit guter Recherche und Analysearbeit ließen sich daher großartige Investmentchancen finden. Drei solcher Aktienperlen stellen wir vor.

Nestlé Nigeria

Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts verkauft Nestlé Produkte in Nigeria. 1961, ein Jahr nach Nigerias Start in die Unabhängigkeit, ließ sich der Schweizer Konzern in dem westafrikanischen Land nieder und ist heute das größte Nahrungsmittelunternehmen der Region. In mehreren Fabriken werden vor allem Produkte auf Getreidebasis, das Getränkepulver Milo, Mineralwasser, Kaffee- und Maggi-Produkte hergestellt. „Nigeria ist der größte Maggi-Markt der Welt“, so von Hardenberg.

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Maggiwürfel-Produktion von Nestlé Nigeria ...


Er sieht in der nach Südafrika zweitgrößten Volkswirtschaft Afrikas interessante Investmentmöglichkeiten: „Alle Zeichen deuten darauf hin, dass sich eine Konsumentenschicht entwickelt und politische Stabilität einkehrt. Die aktuell stabile Regierung, Privatisierungen, Investition in Infrastruktur und Energie sprechen dahingehend eine eindeutige Sprache. Zudem wurden Handelsbeschränkungen gestrichen und ein westafrikanischer Handelsverbund gegründet.“

Von diesen Entwicklungen dürfte auch Nestlé Nigeria profitieren. Vorstand Martin Woolnough will das Unternehmen auf Wachstumskurs halten. „Nestlé Nigeria weitet seine Kapazitäten aus und erwägt neue Produkteinführungen“, erklärt von Hardenberg. Von 2007 bis 2012 hat Nestlé bereits 75 Milliarden Naira (nach aktuellem Kurs umgerechnet rund 370 Millionen Euro) in Nigeria investiert.
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... und hier werden sie an den Mann gebracht.
Für die kommenden zehn Jahre rechnet Woolnough mit weiteren Investitionen von mindestens 100 Milliarden Naira (knapp 500 Millionen Euro). 2012 konnte Nestlé Nigeria seinen Umsatz um 19 Prozent auf 116,7 Milliarden Naira (570 Millionen Euro) und den Überschuss um 28 Prozent auf 21,1 Milliarden Naira (108 Millionen Euro) steigern. Auch an der Börse lief es rund: Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt.

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Ob das künftige Wachstum wie gewünscht läuft, hängt jedoch nicht nur von Nestlés Bemühungen und Expansionsplänen ab.  „Für das Unternehmen ist aktuell das größte Wachstumshindernis die Tatsache, dass der Verpackungsmarkt der Nachfrage nicht folgen kann“, so von Hardenberg. So mangelt es derzeit schlicht an Menschen, Maschinen und Material, um die Lebensmittel von Nestlé Nigeria abzupacken und sie somit bereit für den Verkauf in die Supermärkte zu machen. 

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