Geldmarktanlagen: Eonia-ETFs werden zur Steuerfalle

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2008 war die Welt der Geldmarkt-ETFs noch in Ordnung: Der DB X-Trackers II Eonia Total Return Index ETF (WKN: DBX0AN) bescherte seinen Anlegern eine Rendite von 3,8 Prozent (Beispiel: 38 Euro auf 1.000 Euro Einsatz). Davon mussten sie rund 3 Prozentpunkte (30 Euro) als Zinseinkünfte am Tag der Thesaurierung mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. Beim damals einzigen Konkurrenzprodukt von Lyxor (WKN: LYX0B6), das ebenfalls mit dem Geldmarktzinssatz Eonia (Euro Overnight Index Average) verzinst wird, sah es ähnlich gut aus. Alles fair, alles prima. Das sehen auch die Anleger so: Insgesamt 4,6 Milliarden Euro liegen allein in den vier in Deutschland zugelassenen Eonia-ETFs, meldet die Deutsche Börse. Ganz anders läuft es dieses Jahr. Denn der Eonia-Satz liegt derzeit bei 0,35 Prozent (siehe Chart). Zu Beginn des Jahres stand er zwar höher, mehr als 0,5 Prozent dürften jedoch am Ende des Jahres nicht rumkommen. Trotzdem - und hier greift die Steuerfalle - wird die Steuerlast für Anleger in etwa so hoch ausfallen wie im vergangenen Jahr, bei nur 0,5 Prozent Rendite. Denn die Fonds bilden den Eonia-Index nur synthetisch ab, nicht direkt. Im Portfolio liegen stattdessen hochwertige Anleihen mit marktüblichen Zinskupons. Diese Papiere werden noch mit Sätzen von vor dem großen Zinsrutsch verzinst, sind aber auch entsprechend teuer. Die Gewinne dieses Depots tauscht der ETF-Anbieter bei einem Geschäftspartner gegen die gewünschte Eonia-Verzinsung ein. Dieser Tausch heißt Swap.